Wellington (dpa). Rund 75 Leichen und 50 Überlebende haben Helfer nach dem Erdbeben in Neuseeland aus den Trümmern geholt. Darunter war ein verletztes Baby, das in den Armen seiner toten Mutter gefunden wurde. "Sie war aus einem Laden in der Cashel Street gerannt und wurde von herabstürzenden Trümmern erschlagen", zitierte das Nachrichtenportal "stuff.co.nz" einen Mann in Christchurch. "Wir haben versucht, die Brocken wegzustoßen, aber sie lebte nicht mehr."

Bis zu 300 Menschen wurden am Tag nach dem Beben vermisst. Regierungschef John Key sprach von "Tod und Zerstörung in fürchterlichem Ausmaß". Private Gutachter schätzten die Schäden auf mehr als zwölf Milliarden US-Dollar.

Unter Lebensgefahr suchten hunderte Helfer nach Opfern. Nachbeben machten die halbeingestürzten Gebäude in Christchurch zu einer potenziellen Todesfalle für die Retter. In einigen Fällen wurde die Suche abgebrochen.

Zu den Glücklichen, die rechtzeitig gefunden wurden, gehörte Ann Voss. Sie war eingeklemmt unter einem Schreibtisch und hatte sich bei ihrer Familie gemeldet. "Ich werde es wohl nicht schaffen", sagte sie ihrem Sohn. Dann war ihr Handy-Akku leer. Retter zogen sie gestern unter Tonnen von Beton, Stahl und Glas hervor - mit gebrochenen Rippen und Schnittwunden.

In Christchurch leben 500 bis 1000 Deutsche. Ob einige von ihnen in das Erdbeben gerieten, konnte der Honorarkonsul der Bundesrepublik, Theodor Giesen, nicht sagen. Beim ihm hätten sich "eine Handvoll" deutscher Touristen gemeldet, die ihr Gepäck im Hotel hatten, nicht zurückdurften und nun neue Reisepapiere brauchten.