Sie war eine der letzten großen Diven aus der Glanzzeit Hollywoods: Elizabeth Taylor machte erst als Kinderstar, dann mit ihrer Schönheit, später mit ihren Gesundheitsproblemen und immer mit ihren Männern Schlagzeilen. Jetzt ist sie mit 79 Jahren gestorben.

Los Angeles (dpa). Ihr Leben zu erfinden, hätte sich kein Drehbuchautor getraut: Erst ein Kinderstar, dann eine geradezu überirdisch schöne junge Frau, die sofort zum Star wird und es mehr als 50 Filme lang bleibt. Eine Frau, die acht Männer verschleißt und nichts auslässt, Drogenprobleme und Skandale hat, dennoch von der britischen Königin geadelt und zur Kämpferin gegen Aids wird: Elizabeth Taylor war eine der letzten großen Diven Hollywoods. Nun ist sie tot. 79 Jahre wurde "die Taylor" alt - jede Sekunde ihres Lebens hat sie genutzt, nicht immer zu ihrem Guten. Nachdem sie Starrummel, Niederlagen, Scheidungen, Alkohol und Fettleibigkeit überlebt hatte, versagte zum Schluss ihr Herz.

Geboren wurde Elizabeth Rosemond Taylor in London. Doch der Zweite Weltkrieg beendete die Londoner Kindheit, ihre Eltern gingen nach Los Angeles zurück, wo die ehrgeizige Mutter für die Kleine eine Rolle in einem "Lassie"-Film erkämpfte.

Doch der Weg zum Ruhm hatte Hürden. Ihre Augen seien "zu alt", befand das Universal Studio und setzte durch, dass sie von der Liste der aussichtsreichen Stars gestrichen und entlassen wurde. Konkurrent Metro-Goldwyn-Mayer bot zwar einen später höchst lukrativen Vertrag, fand das Mädchen aber zu klein. Es musste ins Streckbett, bis es sich Dauerschäden am Rücken holte.

Nur wenige Jahre und einige Filme später galt Liz Taylor mit ihren faszinierenden Augen und ihrer erotisch-prickelnden Präsenz als schönste Frau der Welt. Ihr späterer Doppel-Ehemann Richard Burton nannte sie allerdings in aller Öffentlichkeit auch "fette Wachtel" - und konnte das nur mühsam mit der Bemerkung relativieren, er liebe "jedes Pfund an ihr".

Mit "Giganten" (1956), James Deans letztem Film, gelang der erst 24 Jahre alten Schauspielerin der große Durchbruch. Wie Perlen an einer Schnur folgten Jahr auf Jahr die großen Klassiker: "Das Land des Regenbaums" (1957), "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (1958) und "Plötzlich im letzten Sommer" (1959). "Cleopatra" (1963) schließlich wird ein Doppel-Coup: Als erste Schauspielerin überhaupt bekam Taylor eine Gage von einer Million Dollar. Zudem lernte sie ihren Ehemann Nummer 5 und 6 kennen - Richard Burton.

Wie sie sich gegenseitig quälen konnten, hatten die beiden aber schon 1966 in "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" gezeigt. Für diesen vielleicht besten aller ihrer Filme erhielt Taylor ihren zweiten Oscar. Den ersten hatte sie sechs Jahre zuvor für ihre Rolle als Edelprostituierte in "Telefon Butterfield 8" bekommen.

In den 70er und 80er Jahren war sie weniger zu sehen. Bei dem Erfolg "Fackeln im Sturm" war sie noch einmal dabei, als Bordellchefin. Doch Schlagzeilen machten vor allem ihre Starallüren, ihre Alkohol- und Gewichtsprobleme, ihre Ehen - und ihre Scheidungen. Nach einem kurzen Zwischenspiel mit Ehemann Nummer 7 lernt sie den 20 Jahre jüngeren Bauarbeiter Larry Fortensky kennen - bei einer Entziehungskur. Beide heirateten 1991, die Ehe hielt fünf Jahre.

Seit dem Aidstod ihres Schauspielerkollegen Rock Hudson 1985 engagierte sich Taylor für das in den USA lange Zeit heikle Thema Aids und gründete zwei Stiftungen. Doch zuletzt wurden bei der vor elf Jahren von ihrer Namensvetterin Elizabeth II. geadelten "Dame Elizabeth" die Gesundheitsprobleme immer größer. Mit dem Kurznachrichtendienst Twitter hielt sie ihre Fans auf dem Laufenden, doch auch da wurde es ruhiger. Als sie jetzt friedlich starb, waren ihre vier Kinder bei ihr. Ein Leben wie ein Film: "Mir wurde alles geschenkt - gutes Aus- sehen, Ruhm, Reichtum, Ehre, Liebe. Ich musste nur um wenige Dinge wirklich kämpfen.