Von Wilfried Mommert

Berlin (dpa). Schock für Johannes Heesters: Der greise Schauspieler steht nun doch nicht auf der Gästeliste eines Staatsbanketts, das Bundespräsident Christian Wulff am 12. April zu Ehren der niederländischen Königin Beatrix gibt. "Die Ausladung ist für ihn eine persönliche Katastrophe, nahezu lebensbedrohend in seinem Zustand und Alter", sagte sein Berliner Theateragent Jürgen Ross dazu gestern. Das hätte nicht passieren dürfen, meint Ross. "Dann hätte man ihn erst gar nicht einladen sollen."

Man habe nicht mit so vielen Zusagen gerechnet und bedauere sehr, Heesters und andere "wegen der sehr begrenzten Anzahl der Plätze" nicht berücksichtigen zu können, hieß es laut Ross in der Begründung des Protokolls sinngemäß.

Wegen seiner Karriere in Nazi-Deutschland galt der Sänger und Schauspieler in seiner Heimat lange als "unerwünschte Person". Nun sollte der "offizielle Friedensschluss" mit dem holländischen Königshaus kommen, für Heesters auch ein persönlicher Frieden mit seiner Seele gegen Ende eines so langen Lebens.