Tokio (dpa). Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,1 hat gestern die Unglücksregion im Nordosten Japans erschüttert. In der Präfektur Miyagi wurden alle Autobahnen geschlossen. Eine Tsunami-Warnung wurde nach kurzer Zeit wieder aufgehoben. In den Atomkraftwerken Fukushima Eins und Zwei wurden dem Betreiber Tepco zufolge keine neuen abweichenden Werte gemessen.

Die Region Miyagi war bereits bei dem verheerenden Beben der Stärke 9,0 und dem Tsunami vor vier Wochen schwer getroffen worden. Der Katastrophe vom 11. März fielen letzten Schätzungen zufolge 27600 Menschen zum Opfer. 12600 Tote sind bisher offiziell bestätigt.

Am zerstörten Atomkraftwerk Fukushima füllen Arbeiter seit gestern Stickstoff in Kraftwerksblock 1. Sie wollen das brisante Luftgemisch im Reaktorgehäuse verdünnen und so verhindern, dass es erneut zu Wasserstoff-Explosionen wie kurz nach der Havarie am 11. März kommt. Zur Messung der radioaktiven Strahlung erwägt Japan, ein unbemanntes Flugzeug einzusetzen. Die kleine ferngesteuerte US-Maschine soll die Strahlenkonzentration an Abklingbecken für gebrauchte Brennstäbe messen.