London (dpa/kc). Ein Blick auf die Finger eines Mannes kann Auskunft darüber geben, wie attraktiv sein Gesicht auf Frauen wirkt. Das haben internationale Forscher in Versuchen herausgefunden. Sie maßen bei britischen Studenten das Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger und zeigten Frauen Fotos dieser Männer.

Das Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger gilt schon länger als ein Maß dafür, welchen Hormonen Babys im Mutterleib ausgesetzt waren. Das Wachstum des Ringfingers ist demnach abhängig vom männlichen Sexualhormon Testosteron.

Für das Verhältnis wird die Länge des Zeige- durch die des Ringfingers geteilt. Ist der Ringfinger länger, liegt der Wert unter 1,0. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Männer mit niedrigerem, maskulinerem Wert teilweise symmetrischere Gesichtszüge hatten und als attraktiver bezeichnet wurden.

Das Team sieht darin auch einen Beleg für die Annahme, dass die Hormone im Mutterleib Einfluss auf die Gesichtsform des Fötus nehmen. Der Körpergeruch und die Stimme hingen dagegen nicht mit der Fingerlänge zusammen. Sie werden vermutlich vom Hormonhaushalt in späteren Lebensjahren bestimmt. Über ihre Studie berichten die Wissenschaftler im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B".

Tatsächlich überragt bei den meisten Männern der Ringfinger den Zeigefinger, während bei Frauen beide oft gleich lang sind. In der Vergangenheit gab es schon zahlreiche Studien zur Aussagekraft von Fingerlängen. Einer Untersuchung zufolge machen Börsianer mehr Profit, wenn ihr Ringfinger länger ist als der Zeigefinger. Ein kurzer vierter Finger wiederum wird mit einem erhöhten Arthritisrisiko in Verbindung gebracht. Am stärksten ist der Zusammenhang mit sportlicher Leistungsfähigkeit - hier zeigt sich, dass erfolgreiche Fußballer, Schwimmer oder Läufer im Schnitt längere Ringfinger haben als erfolglose Sportler oder Nichtsportler.