In neun Tagen ist es soweit: Erstmals nach 28 Jahren findet der Eurovision Song Contest wieder in Deutschland statt. Für Proben zum Finale Ende kommender Woche und zu den Halbfinals standen gestern schon einige Akteure der 43 Teilnehmerländer auf der Bühne in der Düsseldorfer Arena.

Düsseldorf (dapd/kc). Künstler aus 42 Nationen wollen beim Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf Lena den Titel streitig machen. 38 Kandidaten müssen sich allerdings zunächst einmal durchs Halbfinale (10. und 12. Mai) kämpfen. Auffällig ist, dass die meisten Titel auf Englisch gesungen werden und recht wenige folkloristisch angehauchte Songs dabei sind.

Mit Elektropop und auf Englisch will Lena ("Taken by a stranger") möglichst weit vorn landen. Damit wollen es auch die Kandidaten aus Irland schaffen, dem bisher erfolgreichsten Grand-Prix-Teilnehmerland (Grafik). In diesem Jahr treten die schrillen Teenager-Zwillinge John und Edward Grimes, die durch die Castingshow "X Factor" zu einiger Bekanntheit gelangt waren, unter dem Namen Jedward im zweiten Halbfinale an.

Lena ist dagegen bereits für das Finale am 14. Mai gesetzt - ebenso wie die großen Geldgeber Frankreich, Großbritannien, Spanien und - nach 14 Jahren Abstinenz - Italien.

Lena ist nicht die einzige "Wiederholungstäterin". Für Israel geht noch einmal Dana International mit dem Popsong "Ding Dong" ins Rennen - sie hatte 1998 den Eurovision Song Contest mit "Diva" gewonnen. Für die Republik Moldau tritt noch einmal die Gruppe Zdob si Zdub an: Die Rockmusiker wurden 2005 mit "Boonika Bate Doba" ("Oma schlägt die Trommel") Sechste.

Auch andere Länder haben sich kuriose Songtitel ausgedacht. So heißt der norwegische Beitrag "Haba Haba", mit "Boom Boom" tritt Armenien an, mit "Da Da Dam" Finnland. Ansonsten sei der Wettbewerb in diesem Jahr "sehr viel mainstreamiger als in den Vorjahren und wirkt dadurch stellenweise ein bisschen langweilig", sagt Irving Wolther, der über den Eurovision Song Contest promoviert hat. Durch die vielen auf Englisch gesungenen Titel gehe zudem etwas der "Reiz der Vielfalt" verloren.

Frankreich sticht in dieser Hinsicht heraus: Der Opernsänger Amaury Vassili singt auf Korsisch. Bei den britischen Wettbüros steht er dabei sehr hoch im Kurs. Wie unter anderem auch Estland, Großbritannien, Schweden und Deutschland.

   

Bilder