Im Rätselraten um die bislang schwerste Air-France-Katastrophe gibt es eine unerwartete Wende. Die Auswertung der Flugschreiber-Daten hat gerade erst begonnen, aber eines scheint klar: Der Flugzeugbauer Airbus muss sich vor dem Ergebnis nicht fürchten.

Paris (dpa). Zwei Jahre nach der bislang völlig rätselhaften Flugzeugkatastrophe über dem Atlantik verdichten sich Hinweise auf schweres menschliches Versagen. Nach einer ersten Auswertung der jüngst auf dem Meeresgrund entdeckten Flugschreiber gibt es keine Hinweise auf grundlegende Mängel an der Maschine vom Typ Airbus A330-200.

Mit Einverständnis der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde (BEA) durfte der Hersteller seine Kunden darüber informieren. Damit liegt die Verantwortung für den Absturz auf dem Flug Rio-Paris vermutlich bei den Piloten oder der Fluggesellschaft Air France.

Die BEA betonte gestern, dass noch keine Schlussfolgerungen über die Unglücksursache gezogen worden seien. Bis zuletzt gab es immer wieder Vermutungen, dass Fehler am Flugzeug die Katastrophe verursachten.

Bei dem Absturz am Pfingstmontag 2009 kamen alle 228 Menschen an Bord ums Leben, darunter 28 Deutsche. Klar ist bis heute nur, dass es auf dem Flug in einer Unwetterfront Probleme bei der Geschwindigkeitsmessung gab. Die Flugschreiber des abgestürzten Airbus waren erst Anfang April auf dem Meeresgrund des Atlantiks entdeckt worden. Ihre Daten werden seit diesem Wochenende in Frankreich ausgewertet.

"Es ist so gut wie sicher, dass der Unfall vollständig aufgeklärt werden kann", teilte die BEA gestern mit. Der Flugdatenschreiber registrierte zum Beispiel Höhe und Neigungswinkel der Maschine sowie Triebwerkseinstellungen. Der Stimmenrekorder nahm während des Flugs die Gespräche und Geräusche im Cockpit auf.

 

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