Berlin (dpa). Der aggressive Darmkeim EHEC hat in Deutschland bereits Todesopfer gefordert. Mittlerweile gibt es etwa 460 mögliche Fälle, darunter 80 besonders schwere. Warum der Keim plötzlich so wütet, ist unklar. Wichtige Fragen und Antworten im Überblick:

Woran erkenne ich, dass ich an EHEC erkrankt bin?

Wässriger Durchfall ist ein erstes Alarmzeichen für eine EHEC-Infektion. Begleitet wird die Krankheit von Übelkeit und Erbrechen. In schweren Fällen kommt es zu krampfartigen Bauchschmerzen, Blut im Stuhl und teilweise auch Fieber.

Wie wird der Erreger übertragen?

Über den Kot von Wiederkäuern oder durch verunreinigte Lebensmittel. Auch eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist möglich. Ansteckungsgefahr besteht, solange die Bakterien nachgewiesen werden können.

Wie lange dauert es nach einer Ansteckung, bis die Krankheit ausbricht?

Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und zehn Tagen, durchschnittlich liegt sie bei drei bis vier Tagen.

Was ist bei den aktuellen Fällen die Infektionsquelle?

Das ist noch nicht geklärt. Es gibt aber Hinweise, dass rohes Gemüse eine Rolle spielen könnte. Dies könnte auch den hohen Anteil an erkrankten Frauen erklären: Sie bereiten im Haushalt häufiger Lebensmittel zu und könnten sich dabei mit EHEC angesteckt haben.

Warum ist bei den EHEC-Erkrankungen auch von HUS-Fällen die Rede?

HUS steht für hämolytisch-urämisches Syndrom. Es ist die schwerste Komplikation der Infektion. Sie tritt derzeit bei fünf bis zehn Prozent der EHEC-Patienten auf. Dabei kann es zu Nierenversagen und Blutarmut kommen. Das kann lebensbedrohlich sein.

Wie kann ich mich am besten vor einer Ansteckung schützen?

Der EHEC-Erreger wird nicht durch Tröpfcheninfektion übertragen, sondern wird im direkten Kontakt mit Infizierten oder mit den Keimen weitergegeben. Schützen kann man sich vor allem durch regelmäßiges Händewaschen sowie die gründliche Reinigung von Gemüse und Küchenutensilien.

Was tun, falls es mich doch erwischt hat?

Betroffene sollten auf jeden Fall sofort einen Arzt aufsuchen. Von Selbstmedikation aus der Hausapotheke raten Experten ab.