Mönchengladbach (dpa). Mord-Ermittler aus dem gesamten Bundesgebiet haben in Mönchengladbach untersucht, ob der mutmaßliche Mörder des kleinen Mirco ein Serienkiller sein könnte. Die Sonderkommission "Mirco" stellte dazu ein Bewegungsprofil des 45-jährigen Olaf H. vor, der als Außendienstmitarbeiter jahrelang viel gereist ist und im ganzen Bundesgebiet unterwegs war. Die Ergebnisse des Treffens sollen aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst geheim bleiben.

Mordkommissionen hätten Ermittler nach Mönchengladbach entsandt, so ein Polizeisprecher. Der Soko sei es gelungen, ein Bewegungsprofil für die vergangenen 23 Jahre zu erstellen. Ein DNA-Abgleich in der bundesweiten Datenbank hatte zuvor keinen Hinweis darauf erbracht, dass der Familienvater ein Serienmörder sein könnte. Sogenannte Profiler halten es aber für unwahrscheinlich, dass der Verdächtige erst mit Mitte 40 sein erstes Sexualverbrechen begangen hat.

Das Krefelder Landgericht hatte die Anklage gegen Olaf H. in vollem Umfang zugelassen. Der Prozess gegen den Angeklagten soll am 12. Juli beginnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Familienvater aus Schwalmtal Mord und sexuellen Missbrauch des Jungen vor.

Der 45-Jährige hatte gestanden, den Zehnjährigen am 3. September vergangenen Jahres entführt, missbraucht und umgebracht zu haben. Ende Januar hatte er die Ermittler zur Leiche des Jungen in ein Waldstück nördlich von Grefrath geführt. Der Mann sitzt seither in Untersuchungshaft. Bis zu seiner Festnahme galt er als unbescholtener Familienvater.