Ein Handwerker aus Berlin wurde brutal zusammengeschlagen und schwebt in Lebensgefahr. Die Polizei sagt, der Mann sei ein Zufallsopfer gewesen. Vier verdächtige Jugendliche haben den Überfall gestanden. Einer von ihnen ist erst 14 Jahre alt.

Berlin (dpa). Zusammengeschlagen liegt ein 30-jähriger Berliner Maler seit Tagen im Koma. Ein Kollege aus Rostock wurde bei dem Überfall ebenfalls verprügelt, konnte aber fliehen. Vier Jugendliche haben die brutalen Angriffe vom Freitagabend im U-Bahnhof Lichtenberg gestern gestanden. Das Quartett war am Dienstag gefasst worden. Drei Festgenommene sind 17 Jahre alt, einer 14. In Vernehmungen bestritten die Verdächtigen eine Tötungsabsicht. Sie sollten einem Haftrichter vorgeführt werden.

Gegen die aus Ex-Jugoslawien, dem Irak und Kenia stammenden Jugendlichen wird wegen versuchten Raubmords und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren sie bisher nicht durch Gewalttaten aufgefallen. Die Polizei war ihnen anhand von Videoaufnahmen auf die Spur gekommen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich Täter und Opfer nicht kannten. "Es hätte jeden treffen können", so Sprecher Martin Steltner. Die Maler seien an dem Abend nach einem Feierabendbier aus einer Kneipe in Lichtenberg gekommen. Das Quartett habe ohne ersichtlichen Anlass jemanden "abziehen wollen". Letztendlich erbeuteten die Jugendlichen ein Handy von dem am Boden liegenden 30-Jährigen.

Der U-Bahnsteig war an dem Abend nicht menschenleer, so die Staatsanwaltschaft. Jedoch sei nur ein einziger Notruf bei der Polizei eingegangen.

Der Zustand des Handwerkers aus Berlin hatte sich am Sonntag dramatisch verschlechtert, so dass mit dem Schlimmsten gerechnet wurde. Erst dann wurde eine Mordkommission eingeschaltet. Der Gesundheitszustand des Opfers ist so bedenklich, dass der Mann noch nicht befragt werden konnte; sein Kollege aus Rostock hat bereits ausgesagt.

Sollte es zu einem Prozess kommen, wird bei den Verdächtigen in jedem Falle das mildere Jugendstrafrecht angewendet. Hier liegt die Höchststrafe bei zehn Jahren.