Tokio (dpa). In Iitate, rund 40 Kilometer von der Atomruine Fukushima, geht die Angst um. Der 7000-Einwohner-Ort hat eine heftige Strahlen-Wolke abbekommen. Die Regierung in Tokio lehnt aber eine Räumung ab.

Das Leben in Iitate war bisher beschaulich. Die Bauern bereiteten sich auf die Gemüseernte vor. Der Kulturverein der Gemeinde empfahl neue Wanderwege, auf denen man das Frühlingserwachen so richtig genießen sollte. Die Erdbebenkatastrophe vom 11. März hat alles verändert. Nun laufen Menschen mit Geigerzählern in weißen Schutzanzügen durch die leeren Straßen. Das Gemeindebüro wurde zum Krisenzentrum. Dort gibt ein Infoblatt Auskunft über die Strahlenbelastung.

"Natürlich machen sich hier alle Sorgen. Aber die Leute wissen nicht, ob sie gehen oder bleiben sollen", sagt ein Gemeinde-Mitarbeiter. Gerade ältere Menschen zögern, Bauern wollen ihre Tiere nicht zurücklassen. Außerdem sind Lebensmittel und Kraftstoffe knapp. Etwa die Hälfte der Bewohner haben Iitate bereits verlassen.

Kaiser Akihito steht den Opfern der Katastrophe mit Gesten der Solidarität bei. Er nahm sich Zeit, um 290 Flüchtlingen in Tokio Trost zu spenden.