Kaum ist das Dschungelcamp vorbei, bevölkern die RTL-"Superstars" wieder die Bildschirme. Gut sechs Millionen Zuschauer sitzen bei jeder Ausgabe der Castingshow vor dem Fernseher. Und das, obgleich Chefjuror Dieter Bohlen sich mit seinen Sprüchen bislang zurückhält.

Berlin (dpa). "Deutschland sucht den Superstar", unter Fans "DSDS" genannt, ist so erfolgreich wie nie zuvor. Die Quoten der RTL-Gesangscastingshow sind kontinuierlich stabil, die großen Skandale fehlen. An Chefjuror Dieter Bohlen scheiden sich zwar immer noch die Geister, doch an seine Sprüche haben sich inzwischen auch die moralinsauren Kritiker gewöhnt, wenn sie nicht gar über den ein oder anderen Witz von ihm schon lachen, heimlich natürlich.

Der ausstrahlende Sender RTL könnte mit dem Verlauf seiner diesjährigen Staffel vollends zufrieden sein, wäre da nicht traditionell dieser Männerüberschuss. Denn wieder einmal hat sich gezeigt: Frauen rufen bei RTL an, um für männliche Kandidaten abzustimmen, Männer machen beim Telefonvoting mit, um die weiblichen Talente mit einem kostenpflichtigen Anruf in die nächste Runde zu befördern.

Jetzt steht an diesem Sonnabend (20.15 Uhr) die erste sogenannte Mottoshow mit den letzten zehn verbliebenen Kandidaten an. Das Thema lautet "Megahits". Das Publikum wählte am vergangenen Sonnabend aus 15 Teilnehmern zunächst telefonisch sechs männliche Kandidaten und eine Frau unter die besten sieben. Auf Platz acht bis zehn retteten sich so gerade drei weitere weibliche Nachwuchssängerinnen.

Traditionell wird "DSDS" mehr von Frauen gesehen. Die Zahlen belegen dies. Nach einer Auswertung des Marktforschungsunternehmens Media Control in Baden-Baden erzielte die Live-Show am 19. Februar einen Marktanteil von 24,7 Prozent beim weiblichen Publikum, 17,2 betrug der Marktanteil unter Männern. Im Vergleich zur ersten Liveshow der Staffel 2010 schauten diesmal 580000 mehr Frauen zu, bei den Männern waren es lediglich 220000 mehr.

<6>Bei den Bundesländern sind in der aktuellen Staffel die Zuschauer in Sachsen-Anhalt (27 Prozent Marktanteil) und Mecklenburg-Vorpommern (24,0 Prozent) vorne; die Bayern (18,1 Prozent) und Hessen (15,9 Prozent) entpuppen sich eher als "DSDS"-Muffel.

<7>Die weibliche Abstimmungs-Dominanz ist trotz des signifikanten Zuschauerinnen-Zuwachses nicht neu: Aus bisher sieben gelaufenen Staffeln gingen sechs Männer als Sieger hervor und durften als Lohn ihre Platten produzieren. Nur einmal, im zweiten Durchgang, gewann mit Elli Erl eine Frau. Jetzt sind also gegenwärtig noch vier der verbliebenen zehn gesanglichen Wettstreiter, die seit einigen Tagen in der 340 Quadratmeter großen "DSDS"-Villa in Köln-Müngersdorf wohnen, Frauen.<8><9><10>

   

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