Tokio (dpa). Verwüstung, Tod, Angst, nicht mehr genügend Lebensmittel. Trotzdem keine Berichte über Randale, Streit oder Plünderungen in Japan. Die Betroffenen verhalten sich ruhig, diszipliniert – lächeln in den schwersten Stunden ihres Lebens sogar in die Kameras.

Sogar die Kinder scheinen sich in all dem Durcheinander zu beherrschen. "Die Ruhe ist mit der Erziehung und Sozialisation erklärbar", sagt Prof. Reinhard Zöllner, Leiter des Bonner Japanologischen Instituts, der derzeit in Tokio ist. "Es gibt hier eine soziale Disziplin, die sich jetzt positiv auswirkt. Man stellt sich an, man wartet. Keiner würde sagen: "Ich bin zuerst dran". Jeder weiß, es nutzt nichts zu jammern oder zu schreien. Natürlich wird getrauert, aber man lässt sich trotzdem nicht gehen."