Texel (dpa). Ein wachsender Süßwasserpool auf dem Arktischen Ozean könnte einmal das Klima in Europa beeinflussen. Die Wassermenge ist nach Angaben von niederländischen Forschern zweimal so groß wie die des Viktoriasees in Afrika und nimmt noch weiter zu.

Zirkulierende Winde in der Arktis haben in den vergangenen zwölf Jahren dazu beigetragen, dass sich der Pool aus relativ süßem Wasser gebildet hat. Laut Laura de Steur vom Königlich Niederländischen Institut für Meeresforschung besteht das Wasser aus geschmolzenem Eis und aus Flusswasser. "Die Wassermenge, die von kanadischen und sibirischen Flüssen in den Arktischen Ozean fließt, ist größer als zuvor, da das Eis im Norden durch wärmere Temperaturen schmilzt." Darüber hinaus schmelze das Eis auf dem Meer schneller.

Bei Veränderungen der Atmosphäre könnte das Wasser in den Nordatlantik strömen. Dort könnte das Süßwasser die Strömung von warmem Wasser aus den Tropen beeinflussen und zu kälterem Wetter führen.