Von Katrin Schüler

Marlow (dapd). Känguru-Baby "Albert" macht eine Tarnung seiner Mutter unmöglich. Will sich das Weibchen ins dichte Gebüsch des Vogelparks Marlow (Mecklenburg-Vorpommern) zurückziehen, in dem es mit seinem grau-braunen Fell kaum auszumachen wäre, leuchtet Albert wie ein Schneeball auf frisch gepflügtem Ackerboden. Albert ist ein Albino-Känguru, wie sie in der Natur nur einmal in 10000 Fällen vorkommen. Dort wäre ihm wohl nur ein kurzes Leben beschieden, im Park ist er schon jetzt ein gut behüteter kleiner Star.

Die rosa Schnauze des Bennettkängurus, das bis zu einem Meter groß werden kann, haben die Besucher mit als erstes gesehen. "Wir beobachten die Tiere nicht ständig, und gerade nach dem langen Winter sind sie noch sehr scheu und verstecken sich gern", sagt die Biologin Daniela Busch, die für die Pflege der zehn Kängurus im Park zuständig ist. "Fünf der neun Weibchen haben wohl Nachwuchs, aber Albert ist der größte."

Bis er aus dem Beutel kriecht und allein herumhüpft, dauert es wohl noch ein paar Wochen. Nach der Geburt, bei der die Babys nur die Größe eines Gummibärchens haben, bleiben sie acht bis neun Monate im Beutel der Mutter. "Die Mutter entscheidet, wann sie den Nachwuchs ins Freie lässt, dafür nutzt sie ihre Bauchmuskeln", sagt die Biologin. Bei Albert könne es sogar sein, dass das Weibchen sein Junges intuitiv noch etwas länger vor der Sonne schützen will.