Ein tödlicher Unfall hat sich gestern auf dem Nord-Ostsee-Kanal ereignet: In dichtem Nebel sind zwei Schiffe zusammengestoßen. Die Brücke eines russischen Frachters stürzte dabei herab, zwei Männer, wahrscheinlich Lotsen, sind gestorben. Zwei Besatzungsmitglieder wurden schwer verletzt.

Albersdorf (dpa). Bei einer Schiffskollision in dichtem Nebel auf dem Nord-Ostsee-Kanal sind am Donnerstagmorgen zwei Männer ums Leben gekommen. Ein dritter wurde lebensgefährlich verletzt, ein vierter schwer. Ein Frachter war nicht mehr fahrfähig. Er musste von einem Schlepper weggebracht werden. Zur Ursache der Havarie gab es zunächst keine Erkenntnisse. Mehr als 100 Einsatzkräfte waren im Einsatz.

Kurz nach 7.00 Uhr in Höhe Albersdorf bei der Grünentaler Hochbrücke war das unter britischer Flagge fahrende, 150 Meter lange Containerschiff "OOCL Finnland" mit dem entgegenkommenden russischen Frachter "Tyumen-2" zusammengestoßen. Das berichtete das gemeinsame Havariekommando von Bund und Küstenländern in Cuxhaven. Die Brücke des 116 Meter langen und 13 Meter breiten russischen Frachters stürzte auf das Vorschiff der "OOCL Finnland". Nach Angaben der Rettungsleitstelle Westküste wurde ein Mann, wahrscheinlich ein Lotse, mit heruntergerissen. Er starb. Ein zweiter Lotse kam auf dem russischen Schiff ums Leben. Zwei Mitglieder der "Tyumen-2"-Besatzung wurden schwer verletzt und kamen ins Krankenhaus in Heide. Vermisste gebe es nicht.

"Das komplette Steuerhaus ist weg", sagte der Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts Brunsbüttel, Thomas Fischer. So eine Havarie sei sehr selten. Um die beiden Schiffe betreten zu können, mussten die Einsatzkräfte auf verschiedene Kanalfähren steigen, die sie zum Unfallort brachten.

Der Kanal wurde am Vormittag komplett gesperrt; vor den Schleusen Brunsbüttel und Kiel staute sich der Verkehr. Ein Peilschiff machte sich auf den Weg zur Unfallstelle, um nach Trümmern zu suchen. Sollte alles frei sein, werde der Kanal wieder freigegeben, sagte Fischer. Vor dem Nachmittag sei damit nicht zu rechnen. Seinen Angaben zufolge trat entgegen ersten Meldungen kein Hydrauliköl aus dem Havaristen aus.

Nach dem Zusammenstoß mussten ein drittes Schiff nahe der Unfallstelle und ein viertes Schiff einige Kilometer entfernt in die Böschung fahren, weil sie nicht stoppen konnten. Das Containerschiff "OOCL Finnland" fuhr in Richtung Rendsburg weiter. Dort sollte es für die weiteren Untersuchungen festmachen. Zuständig für die Ermittlungen sei die örtliche Wasserschutzpolizei und die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen in Hamburg, sagte die Sprecherin des Havariekommandos.