Immer mehr Tote, unfassbare Bilder der Verwüstung: Nach dem möglicherweise schlimmsten Tornado-Ausbruch in der US-Geschichte wird in den Trümmern verzweifelt nach Überlebenden gesucht. Ein Atommeiler in Alabama ist von der Stromversorgung abgeschnitten.

Washington (dpa). Eine verheerende Serie von bis zu 150 Tornados hat Tod und Verwüstung in den Süden der USA gebracht. Insgesamt starben mindestens 250 Menschen. Allein im Bundesstaat Alabama kamen bis gestern fast 150 Menschen ums Leben. Ein Atommeiler nahe Athens war von der Stromversorgung abgeschnitten, die drei Reaktoren schalteten sich danach automatisch ab.

Ein Tornado von mehr als 1,5 Kilometer Breite riss die Stadt Tuscaloosa auseinander, Straßenzüge über Straßenzüge verwandelte der Sturm in Trümmerfelder. Mindestens 36 Einwohner wurden tot geborgen, mehr als 600 in Krankenhäusern behandelt.

Dutzende Todesopfer und schwere Verwüstungen gab es auch in den Staaten Mississippi, Arkansas, Georgia und Tennessee. Siedlungen wurden dem Erdboden gleich gemacht, Hunderttausende Menschen waren ohne Strom. In Alabama, Mississippi und Georgia wurde der Notstand ausgerufen. Präsident Barack Obama schickte den Chef der nationalen Behörde für Katastrophenmanagement nach Alabama und stellte Bundesmittel zur Unterstützung der Bergungsarbeiten in dem Staat bereit. Heute will Obama in die Krisenregion reisen.

Und es könnte noch schlimmer kommen: Gestern waren vor allem in Alabama noch viele Menschen in den Trümmern ihrer Häuser eingeschlossen. Rettungsmannschaften konnten sich in manchen Gebieten erst 24 Stunden nach den Unwettern einen Weg durch die Trümmerhalden bahnen. In manchen Gebieten sind die Leichenhallen so überfüllt, dass Kühlwagen die Toten aufnehmen müssen. "Es könnte der schlimmste Tornado-Ausbruch der US-Geschichte sein", sagte ein CNN-Meteorologe.

 

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