Frankfurt/Main. Die Politik ist eine komplizierte Sache. Aber nicht nur inhaltlich stellt sie unsere Politiker immer wieder vor Herausforderungen –auch sprachlich. Wie kreativ so mancher sprachlicher Missgriff sein kann, zeigt etwa Angela Merkels Mahnung: "Der Staat muss Gärtner sein und darf nicht Zaun sein!" Allein der Bock, den wir eigentlich nicht zum Gärtner machen wollten, bleibt bei ihr auf der Strecke.

Schiefe Bilder und andere Sprachunfälle aus der Bonner und der Berliner Republik hat der Hörfunkjournalist Peter Zudeick aufgespürt und – eingeflochten in seinen Streifzug durch das politische Deutschland – in einem Buch zusammengefasst: "Ich bejahe diese Frage mit Ja"*. Mit satirisch geschärftem Blick begleitet er die Ära Kohl, historische Ereignisse wie die deutsche Einheit oder auch den Rücktritt von Bundespräsident Köhler.

Selbst Verflechtungen zwischen Privatleben und politischen Ambitionen interpretiert Zudeick ironisch und äußerst unterhaltsam, schweift etwa zu den Frauen an der Seite von Altkanzler Schröder ab und kommentiert genüsslich Aussprüche aus Politikermund. Dabei schreibt er nie abfällig, sondern will die Sprach-Kuriositäten als schöpferische Leistung würdigen: Darum "sollten wir unsere Politiker und Politikerinnen loben und preisen für und für".

*Peter Zudeick: "Ich bejahe diese Frage mit Ja!". Die famosen Leistungen unserer Damen und Herren Politiker. Westend Verlag 2011, 250 Seiten, 16,95 Euro.<6><7><8>

   

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