Krake Paul ist tot, Opossum Heidi außer Dienst: Die tierischen Prognose-Experten fehlen beim Eurovision Song Contest. Über die Favoriten sind sich Google, Buchmacher, und Experten allerdings uneinig.

Düsseldorf (dpa). Was ist beim Eurovision Song Contest wichtiger: Aussehen oder Song, Feuerwerk oder knappes Kleidchen? Es herrscht Vorhersage-Chaos – wer kann schon voraussehen, worauf die Fans in 43 Ländern stehen?

Eine, die die Voraussagen bisher ganz gut hingekriegt hat, war die Suchmaschine Google: Die arbeitet nicht mit nationalen Stereotypen und wägt keine folkloristischen Besonderheiten gegen Fließband-Pop ab, sondern nimmt – ganz unemotional – die Suchanfragen aus allen Teilnehmerländern als Maßstab. So lagen 2009 der geigende Norweger Alexander Rybak und 2010 "unsere" Lena bei Google ebenso vorne wie in der Punktewertung. Und jetzt? Jetzt führen Jedward, die ebenso schrägen wie sympathischen Zwillinge aus Irland, die Google-Rangliste an, gefolgt von Lena und der Armenierin Emmy – doch die ist im ersten Halbfinale bereits ausgeschieden...

Wären noch die Buchmacher: Der Anbieter bet-at-home.com sieht den französischen Opernsänger Amaury Vassili vor Jedward und Lena, bei betfair.com sieht es ähnlich aus: Frankreich vor Irland und dann Aserbaidschan oder Großbritannien; hier belegt Lena nur den siebten Platz. Aber Vorsicht bei solchen Wettquoten. Beim Grand Prix stellt sich die Frage: Wer wettet da überhaupt? Sind das nicht vor allem wettverrückte Engländer oder machen da auch massenhaft Albaner, Österreicher und Norweger mit?

Bleibt also nur noch der Expertentipp. Irving Wolther hat ihn abgegeben, der Wissenschaftler aus Lenas Heimatstadt Hannover hat zum ESC promoviert. Und er sieht Finnland auf dem Siegertreppchen. "Finnland ist für mich am stärksten. Die Thematik – die Sorge um die Welt – bewegt die Menschen momentan", sagte er. Das finnische Bubi-Gesicht Paradise Oskar singt in "Da Da Dam" mit Unschuldsmiene und zu sanften Gitarrenklängen von der Rettung der Welt, hinter ihm steigt ein großer blauer Globus auf. "Da hat man beim ersten Halbfinale im Saal ein richtiges Aufatmen gehört", sagte Wolther.

   

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