Mannheim (dpa). Für die Verteidigung ist die Sache klar: Jörg Kachelmann muss freigesprochen werden. "Es gibt nicht einen Sachbeweis, auf den sich die Anklage stützen könnte", sagte Anwalt Johann Schwenn gestern in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Mannheim. Nach Ansicht der Verteidigung hat die Ex-Freundin Jörg Kachelmann aus "Rache und Hass" bewusst zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt.

Der 52-jährige Schweizer sagte auf die Frage, ob er ein letztes Wort wünsche: "Nein, danke." Er bestreitet die Vorwürfe. Die Anklage hatte vier Jahre und drei Monate Haft für den Wettermoderator gefordert. Die Nebenklägerin verfolgte das Plädoyer im Gerichtssaal. Immer wieder schüttelte sie bei den Ausführungen still den Kopf.

Schwenn forderte auch, Kachelmann solle für die viermonatige Untersuchungshaft sowie Durchsuchungen entschädigt werden. Kachelmann-Anwältin Andrea Combé sagte, nachdem der Moderator in einem Streit Beziehungen zu anderen Frauen eingeräumt habe, habe sich seine Ex-Freundin von dem Gedanken leiten lassen: "Du hast mich vernichtet, dann vernichte ich dich auch." Die Verteidigung geht auch davon aus, dass sich die 38-Jährige die Hämatome an ihren Oberschenkeln selbst zugefügt haben könnte. Das Landgericht will sein Urteil am kommenden Dienstag verkünden.

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