München (dpa). Knapp zehn Jahre lang hat "9Live" Millionen Anrufer mit der Aussicht auf das schnelle Geld gelockt. Doch den meisten blieb nur die saftige Telefonrechnung für viele vergebliche Versuche, den hektischen Moderatoren scheinbar simple Lösungen ins Ohr zu sagen. Damit ist jetzt Schluss: Zum 31. Mai wird auf "9Live" nichts mehr live sein. ProSiebenSat.1 stellt den zuletzt ungeliebten Sender kalt. Was danach wird, ist offen.

Damit geht ein – für Kritiker unerfreuliches – Stück deutscher Fernsehgeschichte zu Ende. Etliche als C-Prominente verspottete Moderatoren werden ihre TV-Heimat verlieren, wie die einstigen "Big-Brother"-Teilnehmer Alida-Nadine Kurras oder Jürgen Milski. Im September 2001 war "9Live" unter der Regie der Medienmanagerin Christiane zu Salm, heute Kofler, entstanden – und von Beginn an umstritten, aber zunächst wirtschaftlich erfolgreich.

Jetzt wird der einstige Zankapfel erst mal eine Abspielstation für Fernsehkonserven. Der Schnitt hatte sich lange angedeutet: Das zwielichtige Image des Senders sorgte in der ProSiebenSat.1-Zentrale vermehrt für Kopfschmerzen: Seit der Verschärfung der Regeln für TV-Gewinnspiele wuchs die Zahl der Verfahren gegen den TV-Sender.