Berlin (epd/kc). Die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, mahnt ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti weiter zu Geduld beim Wiederaufbau. "Es ist vieles gut gelaufen", doch der Wiederaufbau brauche Zeit, sagte sie gestern im ZDF-"Morgenmagazin". Vordringlich sei jetzt, schnell die Präsidentenwahlen im Land abzuschließen und eine stabile Regierung zu schaffen.

Die Stichwahl zum Präsidentenamt hatte ursprünglich am 16. Januar stattfinden sollen, wurde aber verschoben und wird voraussichtlich frühestens im Februar abgehalten.

Dieckmann sagte, die Spendenmittel für Haiti seien ausreichend, die Zusammenarbeit unter den Hilfsorganisationen sei gut. Verbessert werden müsse die Koordination mit der Regierung, um Trümmer wegzuräumen und neue Häuser zu bauen. Die nach der Katastrophe für die Obdachlosen errichteten Lager müssten möglichst schnell aufgelöst werden.

Bei dem Erdbeben am 12. Januar 2010 waren rund 230000 Menschen ums Leben gekommen. Einer im Oktober ausgebrochenen Cholera-Epidemie fielen bislang etwa 3700 Haitianer zum Opfer. Bereits vor dem Erdbeben war Haiti das ärmste Land des amerikanischen Kontinents.

Der Ausbruch der Cholera hat die Arbeit der Welthungerhilfe noch einmal erschwert. "Wir arbeiten an allen Fronten", schreibt Dieckmann auf der Internetseite der Hilfsorganisation. "Zur Bekämpfung der Cholera kooperieren wir mit rund 1500 kubanischen Ärzten, die landesweit 50 medizinische Zentren aufgebaut haben." Im Bereich des Wiederaufbaus konzentriert sich die Arbeit der Welthungerhilfe auf die ländlichen Gebiete im Süden von Port-au-Prince.