München (dpa). Die Unwetterkatastrophe im Hinterland der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro war nach Einschätzung der Geologin Friederike Meyer absehbar. "Gerade in den jetzt betroffenen Gebieten treten Schlammlawinen häufig im Zusammenhang mit Starkniederschlägen auf", sagte die Wissenschaftlerin von der Universität der Bundeswehr in München.

Verlässliche Vorhersagen ließen sich aber nur mit Hilfe teurer Frühwarnsysteme machen, die von Fachkundigen überwacht werden müssen. Außerdem seien umfangreiche geologische Erkundungen ein Muss. Aber: "Gerade in großflächigen, unwegsamen Gefährdungszonen ist es schwer, das Risiko zu kontrollieren." Die Böden Brasiliens sind aufgrund tropischer Verwitterung in der Regel sehr feinkörnig. Bei starkem Regen verlieren Hänge schnell ihre Standfestigkeit.

Mehrere Schlammlawinen hatten am Mittwoch im Bergland von Rio de Janeiro Städte verwüstet und mindestens 500 Menschen in den Tod gerissen. Die Medien schreiben von der schlimmsten Naturkatastrophe des Landes seit Jahrzehnten.

In den besonderes betroffenen Städten gab es auch gestern zum Teil keinen Strom. Trinkwasser und Lebensmittel wurden knapp. Helfer sprachen von chaotischen Zuständen.