Frankfurt/Main (dpa). Das Unwort des Jahres 2010 heißt "alternativlos". Es war der Renner unter den 1123 Vorschlägen. "Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe", sagte der Sprecher der Unwort-Jury, Horst Dieter Schlosser, gestern in Frankfurt.

"Behauptungen dieser Art sind 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohen, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken." Das Wort habe Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Begründung der Griechenlandhilfe gebraucht.

Zur Jury gehörten außer Schlosser drei andere Sprachwissenschaftler sowie der Literaturkritiker Hellmuth Karasek und die Journalistin Ruth Fühner. 2009 hieß das Unwort "betriebsratsverseucht".

Das Unwort wurde zum 20. Mal gekürt. Schon das "Deutsche Wörterbuch" der Brüder Grimm verzeichnet für das Jahr 1473 den Begriff "Unwort". Er bezieht sich auf ein Wort, das "böse", "beleidigend" oder "verwerflich" ist. Meinung