Vor fast fünf Monaten wurde Mirco in Grefrath am Niederrhein entführt. Nun wurden die schlimmsten Befürchtungen wahr: Mirco ist tot. Ermittler fassten einen Tatverdächtigen und fanden die Leiche des Jungen.

Mönchengladbach (dpa). Der zehnjährige Mirco ist tot. Die Polizei fand die Leiche des Kindes und verdächtigt einen Familienvater, den Jungen umgebracht zu haben. Das Schicksal des im September verschwundenen Kindes aus Grefrath am Niederrhein sei geklärt, teilte die Staatsanwaltschaft in Krefeld gestern mit.

Am Tag zuvor war der Familienvater aus dem Kreis Viersen festgenommen worden. Später wurde der Mann als dringend tatverdächtig eingestuft. Das Nachrichtenportal "RP Online" berichtete, der 46-Jährige stamme aus Schwalmtal und habe die Tat bereits am Mittwoch gestanden. Der Verdächtige wurde gestern Abend einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.

Der VW Passat des Mannes sei die entscheidende Spur gewesen, gab die Polizei nun bekannt. "Wir haben von Anfang an gesagt: Wenn wir den richtigen VW Passat in der Kontrolle haben, dann wird uns das zum Täter führen", sagte Polizeisprecher Peter Spiertz. Die Polizei war in den vergangenen Monaten mit der Überprüfung von mehreren Tausend VW Passat beschäftigt, die ins Fahndungsraster passten. Zu ihren Ergebnissen wollten die Ermittler heute eine Pressekonferenz geben.

Mirco war vor fast fünf Monaten, am 3. September vergangenen Jahres, im Alter von zehn Jahren auf dem Nachhauseweg entführt worden. Mit einer der größten Suchaktionen in der Geschichte der Bundesrepublik hatten zeitweise 1000 Polizisten nach dem Kind gesucht. Auch Tornado-Aufklärungsjets der Bundeswehr und Drohnen kamen zum Einsatz.

Die Polizei hatte tausende Hinweise aus der Bevölkerung erhalten und sich immer wieder zuversichtlich gezeigt, den Täter doch noch ermitteln zu können. Sie geht davon aus, dass der Junge einem Sexualmord zum Opfer gefallen ist.

Nach der bisherigen Rekonstruktion des Verbrechens hatte der Täter Mirco auf dem Heimweg von einer Skater-Anlage an einer einsamen Stelle östlich von Grefrath abgepasst und mit seinem Auto entführt. Mircos Fahrrad blieb zurück, wurde von ahnungslosen Passanten entdeckt, mitgenommen, gesäubert und erst nach Bekanntwerden des Verbrechens der Polizei übergeben.

In einem Bogen soll der Entführer dann in einem VW Passat Kombi um Grefrath herumgefahren sein. Spezielle Spürhunde hatten Mircos Fährte noch kilometerweit verfolgt. In der Nähe eines Klosters vernahmen Nonnen in der Tatnacht einen markerschütternden Schrei. Auf der anderen Seite von Grefrath fanden sich später Kleidungsstücke des Jungen und sein Handy. Obwohl die Polizei-Hundertschaften ein mehr als 50 Quadratkilometer großes Gebiet zum Teil mehrfach durchkämmten, blieb der Junge verschwunden.

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