Am Sonnabend bewegte die erkrankte Monica Lierhaus die Fernsehnation, als sie nach zwei Jahren erstmals wieder vor die Kamera trat. Nur zwei Tage später verkündete die ARD, dass Lierhaus die neue Galionsfigur der Fernsehlotterie wird.

Berlin (dpa). Die beliebte Fernsehmoderatorin Monica Lierhaus feiert ein Comeback vor der Kamera – aber nicht in der ARD-"Sportschau". Die ARD einigte sich mit der 40-Jährigen, die nach zwei Jahren schwerer Erkrankung am Sonnabend bei der Verleihung der Goldenen Kamera erstmals wieder im Rampenlicht stand, auf eine andere, eine kleinere Lösung. Lierhaus wird als Nachfolgerin von Frank Elstner Botschafterin der ARD-Fernsehlotterie.

Nach Informationen von "Spiegel Online" hat sie bereits einen kurzen Werbefilm abgedreht, kreiert von der Hamburger Agentur "Zum Goldenen Hirschen". Der Einsatz von Lierhaus für die ARD-Fernsehlotterie hat Vorteile für beide Seiten: Noch ist die 40-Jährige nicht fit genug, um eine aktuelle Sendung zu moderieren, daher ist die Fernsehlotterie eine gute Alternative. Für die ARD wiederum ist Lierhaus mit dem Einsatz für karitative Zwecke angesichts ihrer persönlichen Situation eine besonders glaubwürdige Lösung.

Diese Entscheidung muss bereits bei der Verleihung der Goldenen Kamera festgestanden haben. Möglicherweise hätte auch einer Verkündung nichts im Wege gestanden, wenn die festliche Gala nicht im ZDF stattgefunden und die Sitzung der ARD-Intendanten nicht gestern und heute in Köln angestanden hätte.

Möglicherweise haben die Vertreter der Landesrundfunkanstalten bei der Tagung auch über Details der weiteren Zusammenarbeit mit der Moderatorin beraten. Nach Presseberichten soll ein weiterer Drei-Jahres-Vertrag der ARD, der der Moderatorin um die 850000 Euro pro Jahr beschert hätte, kurz nach Lierhaus’ Erkrankung ab 2009 nicht in Kraft getreten sein.

Dass sie – vorerst – nicht mehr die temperamentvolle "Sportschau"-Lady sein wird, scheint Lierhaus verarbeitet zu haben: "Ich bin stolz und dankbar, dass zwei Jahre lang der Platz bei der "Sportschau" für mich offengehalten wurde", sagte sie einer WDR-Mitteilung zufolge. "Nach heutigem Stand muss ich aber leider sagen, dass ich auf absehbare Zeit die ¿Sportschau‘ nicht werde moderieren können."

"Wann immer es so weit ist, dass sie in den Sport zurückkehren kann, wird auf jeden Fall ihr Platz im Team des ARD-Sports und insbesondere in der ¿Sportschau‘ für sie frei sein", sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres.

Die Moderatorin hatte im Januar 2009 nach einer Operation Komplikationen erlitten (ein sogenanntes Aneurysma, siehe Grafik links), was ihre TV-Karriere jäh stoppte. Bei der Verleihung der Goldenen Kamera hatte Lierhaus am Sonnabend Familie, Freunden und der ARD für die Unterstützung gedankt.

 

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