Moskau (dpa). Das bislang größte Mars-Experiment in der Geschichte der Raumfahrt ist am Ziel: Drei Projektteilnehmer sind virtuell auf dem Roten Planeten gelandet. Der Russe Alexander Smolejewski, der Italiener Diego Urbina sowie Wang Yue aus China werden im Rahmen des Projekts Mars500 in den kommenden Tagen insgesamt drei Ausflüge auf dem Himmelskörper simulieren, den ersten heute. "Dazu ziehen stets zwei der Männer Raumanzüge an und begeben sich durch eine Luftschleuse zum Erkundungsgang", teilte das Moskauer Institut für biomedizinische Probleme (IMBP) mit.

In den schweren Anzügen suchen die Männer nach Wasser, nehmen Bodenproben und stellen einen Verletzungsfall nach. Dabei hilft ihnen ein Roboterfahrzeug. Drei weitere Probanden – die Russen Alexej Sitjow und Suchrob Kamolow sowie Romain Charles aus Frankreich – durften nicht mit an Bord der "Landekapsel" und warten nun 30 Tage lang im benachbarten "Raumschiff" auf ihre Kollegen. Der Kontakt zum "Mutterschiff" erfolgt lediglich per Funk. Bevor die Landungscrew aber zurück darf, muss sie noch drei Tage zur "Quarantäne" in getrennten Räumen bleiben.

Die sechs "Raumfahrer" simulieren bereits seit Juni 2010 auf dem Gelände des IMBP einen Flug zum Mars und zurück. Dafür leben sie im Dienste auch der deutschen Wissenschaft in totaler Isolation und nehmen an Experimenten teil. Das Experiment dauert 520 Tage und damit noch bis November dieses Jahres. Die Teilnehmer dürfen aber jederzeit aussteigen.