Moskau (dpa). Die Zahl der Toten nach einem der schwersten Grubenunglücke in einem russischen Kohlebergwerk steigt weiter: Bis gestern wurden in Sibirien 31 Leichen geborgen, 58 Bergleute wurden verletzt und 60 waren noch verschüttet. Gleichzeitig macht sich Russland auf noch Schlimmeres gefasst. Ob die Eingeschlossenen noch leben und wann sie gerettet werden können, war zunächst unklar. Am Sonnabend war zweimal Methangas in dem Kohlebergwerk "Raspadskaja" im Gebiet Kemerowo explodiert. Und die Gefahr weiterer Explosionen blieb groß.

Wegen der hohen Methangaskonzentration in dem Schacht waren am Sonntag die Rettungsarbeiten unterbrochen worden. Doch der Zivilschutz ist hoffnungsvoll, dass einige der 60 in rund 500 Metern Tiefe verschütteten Bergleute gerettet werden können.

Zu den Eingeschlossenen fehlte jeder Funkkontakt. Deshalb war anderthalb Tage nach den Explosionen unklar, ob die Männer überhaupt noch am Leben waren. Die meisten der gestern geborgenen 19 Leichen waren Rettungskräfte. Sie hatten die etwa 60 Bergleute retten wollen. Die Helfer waren aber bei der zweiten Explosion selbst unter Tage verschüttet worden.