Washington (dpa). Drei Wochen nach dem verheerenden Ölunfall im Golf von Mexiko ist der Streit über die Schuld an der Katastrophe voll entbrannt. Die Spitzenmanager der drei in das Unglück verstrickten Unternehmen schoben sich gestern die Verantwortung gegenseitig in die Schuhe.

Gleichzeitig sucht der Ölkonzern BP als Betreiber der nach einer Explosion gesunkenen Bohrinsel weiter nach Wegen, den anhaltenden Ölaustritt ins Meer zu stoppen. Als Nächstes will das Unternehmen noch bis Ende dieser Woche eine kleine Stahlkuppel über das Haupt-Leck in 1500 Metern Tiefe stülpen.

Bei einer Anhörung im Energieausschuss des US-Senats warf der Chef von BP Amerika dem Eigner der Ölplattform Transocean vor, dass die Kombination von Sicherheitsventilen nicht funktioniert habe. Die Ventile sollten eigentlich garantieren, dass nach dem Sinken der Plattform kein Öl ins Meer gelangt. Nach der Explosion funktionierten sie aber nicht, beharrliche Versuche, die Ventile mit Hilfe von Robotern zu schließen, scheiterten.

Das in der Schweiz ansässige Unternehmen Transocean sieht die Verantwortung hingegen eindeutig bei BP. Die Bohrung sei bereits abgeschlossen und das Bohrloch mit Zement verschlossen gewesen, so dass das Ventil nicht mehr benötigt worden sei. Gegen diese Behauptung stemmt sich nun das dritte beteiligte Unternehmen, der Ölfeldausrüster Halliburton, der mit den Zementarbeiten beauftragt war. Das Unternehmen habe strikt nach Anweisungen von BP gehandelt.