Washington (kc/dpa). Das erste Öl-Leck im Golf von Mexiko ist verschlossen, doch die Bedrohung für die Natur bleibt. Vogelschutzorganisationen haben zwischen Florida und Louisiana vorsorglich vier Reinigungsstationen für verschmutzte Vögel errichtet. Nach einem Basstölpel musste inzwischen auch ein Braunpelikan gesäubert werden, der vor der Küste mit dem Öl in Kontakt gekommen sein muss.

Ausläufer des Ölteppichs hatten am Wochenende vorgelagerte Inseln am Rand des Mississippideltas erreicht. Mitglieder der Vogelschutzorganisation Tri-State Bird Rescue säubern das Gefieder der Vögel mit handelsüblichen Reinigungsmitteln für Geschirrspülmaschinen. Die Tierschützer rechnen damit, dass sie bald noch mehr zu tun haben. "Wir haben eine gigantische Ölpest da draußen, sie ist bloß noch nicht bei uns angekommen", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" die Tierärztin Erica Miller.

Gestern war es dem britischen Ölkonzern BP gelungen, eines der drei Lecks zu schließen, aus denen Öl ins Wasser sprudelt. Wie der Sender CNN berichtete, handelt es sich um die kleinste der undichten Stellen in 1500 Meerestiefe.

Bereits am Dienstag hatte BP-Manager Doug Suttles erklärt, dass sich der Ölaustritt ins Meer durch das Abdichten dieses Lecks an einem Rohr nur wenig verändern werde. Aber die weiteren Arbeiten zur Eindämmung des Ölzuflusses würden erleichtert: Man müsse sich jetzt nur noch um zwei Problemstellen kümmern. Hauptquelle ist das ursprüngliche Bohrloch. BP will versuchen, es mit einer Metallkuppel abzudecken.