Washington (dpa). Fünf Wochen nach Beginn des Öl-Dramas im Golf von Mexiko soll das offene Bohrloch mit Schlamm geschlossen werden. Der BP-Konzern will dafür heute mit hohem Druck schwere Schlamm-Massen in die sprudelnde Ölquelle am Meeresboden pumpen.

Acht Millionen Liter stünden dafür bereit. "Das ist weit mehr als nötig, aber wir wollen auf alles vorbereitet sein", teilte BP auf seiner Webseite mit. Ist die Aktion erfolgreich, soll die Quelle anschließend mit Zement versiegelt werden. Um zu verhindern, dass zu viel Schlamm nach oben aus dem Ventil entweicht, könnten zusätzlich geschredderte Reifen, Golfbälle und andere Gummiteile hineingeschossen werden.

Seit dem Unfall der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April waren bereits mehrere Anläufe zur Bekämpfung der Ölpest gescheitert. Die US-Regierung gestand nun ein, sie verfüge nicht über die nötigen Gerätschaften und die Erfahrung, um auf BP im Kampf gegen die Ölpest zu verzichten.

In Deutschland hat nach der Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth jetzt auch der zweite Parteichef Cem Özdemir indirekt zum Boykott des Ölkonzerns aufgerufen. "Es liegt in der Hand der Verbraucherinnen und Verbraucher, ihrem Unmut über das unverantwortliche Handeln von BP durch bewusstes Kaufverhalten Luft zu machen", sagte er dem "Hamburger Abendblatt". Die Folgen der Katastrophe für die Natur werden unterdessen immer sichtbarer: Mehr als 310 Vögel wurden bislang in der Region tot gefunden.