Schätzungsweise 800.000 Menschen leiden in Deutschland an einem von-Willebrand-Syndrom (vWS), einer angeborenen Störung der Blutgerinnung. Viele wissen nicht, dass sie betroffen sind. Ein gefährliches Risiko – denn in Extremsituationen drohen ernsthafte Gefahren. Um Betroffenen ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung zu ermöglichen und sie zu schützen, wurde die Initiative "Netzwerk vWS – eine Initiative zur Früherkennung des von-Willebrand-Syndroms" ins Leben gerufen. Auf der Internetseite des Netzwerks steht nun allen Interessierten ein Selbsttest zur Verfügung.

Wer kann davon betroffen sein? Das von-Willebrand-Syndrom ist eine Blutgerinnungsstörung, die auch Frauen betrifft. Die Erkrankung wird in den meisten Fällen vererbt. Unbehandelt kann ein vWS bei Operationen und Unfällen einen lebensgefährlichen Blutverlust verursachen. Oft wird sie erst nach schweren Komplikationen diagnostiziert, z. B. lebensbedrohlichen Nachblutungen nach Mandel- oder Blinddarmoperationen im Kindesalter. Deshalb gilt: Je früher die Krankheit erkannt wird, umso höher sind die Chancen, dass Menschen mit von-Willebrand-Syndrom – vor allem Kinder – ihr Leben unbeschwert und sicher genießen können.

Hinweise erkennen – Es gibt einige Hinweise, die man im Alltag gut an sich selbst bzw. an den Kindern beobachten kann. Beispielsweise die Neigung zu blauen Flecken, häufiges Nasenbluten, Zahnfleischbluten, bei Frauen eine verlängerte und verstärkte Regelblutung. Wenn ein oder mehrere dieser Kriterien zutreffen, dann sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen. Weil die Ausprägungen so vielfältig sind, ist es nicht einfach, ein von-Willebrand-Syndrom zu erkennen. Um dies zu erleichtern, stellt das Netzwerk auf seiner Internetseite einen Selbsttest bereit, der sofort anzeigt, ob Sie bzw. Ihr Kind gefährdet ist oder nicht.