Eine bessere Definition als die Einschätzung des Chefredakteurs vom führenden Internetportal für gehandicapte Menschen, Christopher Lohmann vom "handicap-netzwerk", konnte sich der Geschäftsführer und Inhaber der Paravan-GmbH, Roland Arnold, kaum vorstellen. Lohmann hatte ihm geschrieben, sein Unternehmen sei die "erste Adresse weltweit für behindertengerechte Mobilität".

Arnold stellte jetzt vor der internationalen Presse seinen erweiterten Betrieb im schwäbischen Pfronstetten-Aichelau vor. Gleichzeitig nahm er die Auszeichnung der Standortinitiative "Ausgewählter Ort 2009 im Land der Ideen" (Schirmherr Bundespräsident Horst Köhler) für den Paravan-Mobilitätspark mit der Bezeichnung "Ausgewählter Ort für Behindertenfahrzeuge in Deutschland" entgegen.

Beeindruckend der Mobilitätspark mit der "gläsernen Fabrik", dem Forschungs- und Entwicklungszentrum und der so genannten Wohlfühloase und nicht zuletzt dem neuerdings in Betrieb genommenen Fahrschul- und Fahrsicherheitszentrum, genannt "Paravan-Ring". Auf ihm können behinderte Autofahrer üben, ihr umgerüstetes Fahrzeug sicher in den Griff zu bekommen. Alternativ stehen sowohl Möglichkeiten, die elektronischen Steuer- und Bediensysteme (vor allem das eigene Patent SpaceDrive) und andere Hilfsmittel anzupassen als auch an Fahrsicherheitsschulungen – mit erfahrenem Instruktor – teilzunehmen.

Unternehmenssprecher Tobias Schönleber: "Wir bieten individuelle Mobilitätslösungen von der kleinen Einschränkung bis zur Schwerstbehinderung". Fast alles käme, so Schönleber, aus der eigenen Entwicklung und Fertigung, besonders bei echten Problemlösungen, wie sie immer wieder bei Schwer- und Schwerstbehinderten vorkämen. Insofern stimme das Zitat von Christopher Lohmann durchaus, es müsse sogar noch um die neue Beratungs- und Servicestruktur ergänzt werden: Paravan habe diesen Bereich um weitere Kompetenzzentren, Beratungs- und Servicestationen erweitert, verfüge derzeit, zusammen mit den Lizenzpartnern, allein in der Bundesrepublik über ein Netz von über 30 Anlaufstellen für behinderte Menschen. "Das hat kein anderer, das schafft kein anderer", so der frisch gebackene Diplom-Wirtschaftsjurist.

Zu den Highlights der Entwicklungen zählen neben den höchst individuellen Problemlösungen mechanischer Art das eigene Patent "SpaceDrive", eine weltweit gefragte Einheit eines elektronisch-digitalen Systems zur Bedienung von Fahrzeugen und Rollstühlen. Dann der sensationelle Elektrorollstuhl ("schöner, stabiler und sicherer", so eine österreichische Fachzeitschrift) und nicht zuletzt dessen Plug-In-Adaption mit dem SpaceDrive-System. So kann der Benutzer mit seinem Rollstuhl sein eigenes Mobil steuern und bedienen.

Trotz der derzeitigen wirtschaftlichen Weltkrise expandiert das Unternehmen weiter. Ganz aktuell wurden mehrere bekannte und qualifizierte Berater und Techniker eingestellt, um die weltweite Nachfrage nach Behinderten-Fahrzeugen zu befriedigen. Schließlich sei, so Schönleber, die Zahl behinderter Menschen weltweit mit 650 Mio. stabil geblieben, die der mobilitätseingeschränkten jedoch sei auf 456 Mio. angestiegen. Auch die Zahl der gehandicapten Autofahrer in der Bundesrepublik habe von 1,14 Mio. (2006) auf 1,21 Mio. zugenommen.

Roland Arnold mit seinem Team, mehrfach ausgezeichnet und dekoriert (vom Deutschen Handwerkpreis über diverse Innovationspreise, dem Unternehmen des Jahres, dem Cyber-One bis zum Bayerischen Staatspreis), sieht sich schon jetzt gerüstet für das nächste Jahrzehnt. Nicht unerfreut war er über das Urteil eines anwesenden und sehr angetanen Journalisten: "Für mich sind Sie wie der Swarovski unter den Umrüstern".