Essen - Rudolf-Diesel-Gedenkminute - so wurde früher scherzhaft die Wartezeit genannt, bis ein Dieselmotor bei Kälte vorgeglüht und startklar war. Diese Gedenkminute brauchen Fahrer moderner Selbstzünder nicht mehr einzulegen.

Moderne Dieselmotoren springen auch im tiefsten Winter gleich an. Das heißt aber nicht, dass das Vorheizen wegfällt: Die Aufwärmphase wurde durch technischen Fortschritt nur immer mehr verkürzt und findet meist vom Fahrer unbemerkt statt - in der Regel schon beim Öffnen der Türen, wie der TÜV Nord erläutert.

Anders als beim Benzinmotor wird der Startvorgang beim Diesel nicht durch einen elektronisch ausgelösten Zündfunken eingeleitet, sondern durch eine Selbstzündung mit Unterstützung von Glühkerzen. Dabei wird angesaugte Luft stark verdichtet, so dass sie sich auf bis zu 900 Grad erhitzt. In den Brennkammern kommt sie mit dem Diesel zusammen, und das Gemisch entzündet sich. Bei niedrigen Temperaturen helfen elektrisch betriebene Glühkerzen nach - hier spricht man vom Vorglühen. Seit dem Siegeszug der Common-Rail-Einspritzung mit Hochdruckpumpe in den 90er Jahren ist das nur noch bei Frost nötig. Die erzeugte Verdichtungswärme löst dabei die Selbstzündung aus.