(dfd/mdd) Autofahren im Herbst und im Winter stellt besondere Anforderungen an Fahrer und Fahrzeug. Dazu gehört auch, auf die richtige Bereifung zu achten und den Zustand der Reifen regelmäßig zu überprüfen. Die Initiative Reifenqualität – "Ich fahr auf Nummer sicher!" des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner setzt sich für mehr Sicherheit auf unseren Straßen ein und hat die wichtigsten Fakten rund um die richtige Bereifung im Winter zusammengestellt:

Warum ist die richtige Bereifung so wichtig?
"Reifen müssen enormen Belastungen standhalten. Die Aufstandsfläche aller vier Reifen ist kaum größer als die eines Mannes mit Schuhgröße 44. Allerdings müssen die Reifen ein Gewicht von etwa 1,5 Tonnen schnell zum Stehen bringen", erklärt Welf Stankowitz, Referatsleiter Fahrzeugtechnik beim DVR.

Was genau bedeutet eigentlich "situative Winterreifenpflicht"?
Mit der Winterreifen-Verordnung aus dem Jahr 2010 hat der Gesetzgeber genau festgelegt, bei welchen Witterungsverhältnissen ein Winterreifen gefahren werden muss: bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Verstöße werden mit 40 Euro Bußgeld geahndet, bei Behinderung des Straßenverkehrs sind es sogar 80 Euro. Die Initiative Reifenqualität empfiehlt Winterreifen von Oktober bis Ostern.

Warum empfehlen Experten 4 Millimeter Mindestprofiltiefe für Winterreifen – der Gesetzgeber schreibt doch nur 1,6 Millimeter vor?
Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern entspricht nicht der sicherheitsrelevanten Mindestprofiltiefe von 4 Millimetern – da sind sich die Experten einig. Bei einer Profiltiefe, die 4 Millimeter unterschreitet, verliert ein Reifen wichtige Wintereigenschaften, weil die Lamellen, kleine Profileinschnitte, die für die optimale Verzahnung mit dem Untergrund wie Matsch und Schnee sorgen, schwinden. Das hat Einfluss auf den Bremsweg und den Seitenhalt des Fahrzeugs beim Lenken. Deshalb überprüfen Fachbetriebe vor dem Reifenwechsel stets die Profiltiefe Ihrer Winterreifen.

Kann ich mit dem Reifenwechsel also bis zum ersten Wintereinbruch warten?
Experten empfehlen weiterhin die alte "O bis O-Regelung": Winterreifen von Oktober bis Ostern. Denn bereits wenn die durchschnittlichen Temperaturen unter sieben Grad fallen, sind Winterreifen gegenüber Sommerreifen im Vorteil. Die spezielle Laufflächenmischung verhärtet bei kühlen Temperaturen nicht so schnell – die Reifen haben deshalb einen besseren Grip.

Sind Ganzjahresreifen für die Winterzeit genauso gut geeignet wie Winterreifen?
Nein, ein Ganzjahresreifen ist nicht so wintertauglich wie ein echter Winterreifen – unter Sicherheitsaspekten stellt er immer einen Kompromiss dar. "Bei Reifen sind wir mit einem klassischen Zielkonflikt konfrontiert. Denn einen Reifen zu bauen, der sowohl bei hohen Temperaturen als auch bei Nässe, Eis und Schnee die geforderten Höchstleistungen bringt, ist bisher physikalisch unmöglich", erklärt Dr. Fred Waldner, Leiter des Versuchslabors von Continental. Deshalb lautet auch die Empfehlung des Reifenherstellers: Sommerreifen im Sommer, Winterreifen im Winter.

Also ist doch eigentlich alles ganz klar, oder? "Leider gibt es immer noch viele Autofahrer, die sich an diese kinderleichte Regel nicht halten. Es gibt viele Möglichkeiten beim Autofahren zu sparen, ohne die eigene Sicherheit zu gefährden. Unsere Empfehlung ist deswegen ganz klar: Lieber mal auf das neueste Zubehör verzichten und statt dessen Grundregeln für die eigene Sicherheit befolgen. Und das heißt in diesem Fall: Sommerreifen im Sommer. Winterreifen im Winter", so Welf Stankowitz.

Jetzt ist es Zeit für Winterreifen. Die Faustregel besagt: von O(ktober) bis O(stern) ist Winterreifenzeit.

Mehr Informationen erhalten Sie unter: www.reifenqualitaet.de