"Alleskönner" oder "Spezialisten" – weiterfahren oder wechseln? Im Herbst stellt sich diese Frage für viele Autofahrer immer wieder neu. Jeder Zehnte ist sich unsicher, was das Thema Umrüsten/Winterreifen betrifft. Jeder zwanzigste hat sich bereits entschieden und fährt mit Ganzjahresreifen durch den Winter. Doch es gibt gute Argumente für und wider beide Reifenarten. Eins gilt jedoch in jedem Fall: Sommerreifen sind für die kältere Jahreszeit keine Option, da sie bei niedrigen Temperaturen alles andere als sicher sind. Egal, ob der Asphalt glatt, nass oder trocken ist. Die optimale Betriebstemperatur der mit einer härteren Gummimischung ausgestatteten Sommerpneus liegt bei 10 bis 40 Grad, während Winterspezialisten bei minus 20 bis plus 10 Grad am besten arbeiten. Die weicheren Wintergummis mit höherer Lamellendichte verzahnen sich optimal mit der Schneedecke und sorgen so für gute Bodenhaftung und kurze Bremswege auf glattem Untergrund.

Ganzjahresreifen sind zwar, was ihre Gummimischung angeht, ein Kompromiss aus Sommer- und Winterreifen. Offiziell werden sie jedoch unter der Bezeichnung Winterreifen geführt. Vor dem Gesetz gelten sie als "geeignete Winterbereifung". Wer in milderen Regionen wohnt, in denen es nur an wenigen Tagen im Jahr zu einer geschlossenen Schneedecke kommt, und keinen Winterurlaub mit dem Auto plant, ist mit einem Ganzjahresreifen gut bedient. Doch Vorsicht! Beim Kauf sollte man unbedingt auf das Schneeflockensymbol achten, das für Wintertauglichkeit bürgt. Das weit verbreitete M+S-Symbol für Tauglichkeit bei Matsch und Schnee ist dagegen immer häufiger auch auf nicht wintergeeigneten Reifen zu finden. Viele Flotten und Kurierdienste ziehen gerne Ganzjahresreifen auf, um Lager- und Umrüstkosten zu sparen. Der ADAC, bislang eher zurückhaltend in der Beurteilung von Ganzjahresreifen, empfiehlt inzwischen zumindest jüngere Modelle wie den Vector 4Seasons von Goodyear für den Winterbetrieb.

Generell gilt: Für Autofahrer, die mehr als 20.000 Kilometer im Jahr unterwegs sind, lohnt sich der jährliche Wechsel von Sommer- und Winterreifen, da sie optimal auf die jeweilige Jahreszeit abgestimmt sind. Wer weniger fährt und überwiegend innerstädtisch unterwegs ist, spart mit Ganzjahresreifen.