Düsseldorf - Eine Fortbildung machen oder nach mehr Gehalt fragen: An Vorsätzen für das neue Jahr mangelt es meist nicht. Die Umsetzung ist das Problem. Dabei braucht es häufig gar nicht viel, um die Vorhaben zu realisieren. 6 Schritte zum Erfolg.

Das Jahr geht zu Ende. Für viele ist nun der Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen - auch beruflich. Wo stehe ich? Und vor allem: Wo will ich hin? Um gute Vorsätze in die Tat umzusetzen, braucht es Ausdauer - und einen guten Plan. So funktioniert es:

Schritt 1 - Bestandsaufnahme machen: Bevor Mitarbeiter gute Vorsätze fassen, müssen sie analysieren, wo sie beruflich stehen. Verkäufer, Bankkaufleute und Selbstständige erkennen an den Umsatzzahlen, ob das vergangene Jahr erfolgreich war. In anderen Berufen ist das nicht so leicht. Ist der Chef mit mir zufrieden? Wie gut verstehe ich mich mit meinen Kollegen? Macht mir mein Job Spaß? Was Erfolg für sie ist, müssen viele erst einmal definieren, sagt der Karriereberater Henryk Lüderitz.


Schritt 2 - Feedback erbitten:Als Nächstes holen sich Mitarbeiter am besten Feedback. Sich nur auf die eigene Einschätzung zu verlassen, ist oft tückisch. "Wir neigen dazu, uns zu gut oder zu schlecht einzuschätzen", erklärt Coach Lüderitz. Die Kollegen sind gute Ansprechpartner, da sie die Arbeit des Mitarbeiters genau kennen. "Jeder hat in seinem Team ein bis zwei Leute, mit denen er sich am besten versteht. Die kann man in der Mittagspause um ein Feedback bitten", rät er. Mögliche Fragen: Wie siehst du die Zusammenarbeit mit mir? Wo kann ich mich verbessern?


Schritt 3 - Einschätzung einholen: In einem nächsten Schritt bitten Mitarbeiter am besten den Vorgesetzten um eine Einschätzung. Eine gute Gelegenheit ist das Jahresendgespräch. "In großen Unternehmen werden solche Termine automatisch angesetzt", erläutert Karriereberater Martin Wehrle aus Hamburg. In kleineren sind sie keine Selbstverständlichkeit. Dann müssen Mitarbeiter die Initiative ergreifen. Dabei ist eine gute Vorbereitung das A und O. "Notieren Sie sich vorher, was Sie im vergangenen Jahr geleistet haben", rät Wehrle. Haben Mitarbeiter einen neuen Kollegen eingearbeitet? Einen Kunden an Land gezogen? Oder eine Fortbildung besucht? Danach holen sie die Meinung des Vorgesetzten ein.


Schritt 4 - Schwächen festlegen: Die Ergebnisse aus Selbsteinschätzung und Feedback fassen Berufstätige am besten in Form einer Schulnote zusammen, empfiehlt Lüderitz. Mitarbeiter können sich eine Note zum Beispiel für ihr Zeitmanagement oder ihre Sorgfalt bei der Arbeit geben. Auf diese Weise können sie ihre Situation gut überblicken.


Schritt 5 - Ziele definieren: Ist klar, woran der Mitarbeiter arbeiten muss, geht es darum, gute Vorsätze zu fassen. Sind sie zu vage formuliert, verlaufen sie schnell im Sand, warnt Motivationscoach Christian Weilmeier aus Berlin. Er rät zu klaren Vorgaben. In welchen Bereichen möchten sich Arbeitnehmer steigern? Wie genau soll das funktionieren? Bis wann wollen sie mehr erreicht haben? Auf welche Weise wollen sie überprüfen, ob sie ihre Ziele umgesetzt haben?


Die anvisierten Ziele sollten Mitarbeiter nicht zu hoch stecken: Wer als Hochschulabsolvent gerade in ein Unternehmen eingestiegen ist, fokussiert sich lieber erst einmal auf die Sicherung seiner Position. Je länger Mitarbeiter im Job sind, desto ambitionierter dürfen die Ziele werden - etwa eine Gehaltserhöhung, mehr Verantwortung oder eine erste Führungsposition, erläutert Lüderitz.

Schritt 6 - Projekte anschieben: Wer noch 2014 neue Projekte anschiebt, kann lockerer in das neue Jahr starten. Zum Ende des Jahres geht es im Job häufig ruhiger zu. "So hat man den Kopf frei, ohne Stress die nächsten Vorhaben anzugehen", erklärt Weilmeier. Dabei involvieren Arbeitnehmer am besten Kollegen und Vorgesetzte. "Die meisten Projekte betreffen in der Umsetzung am Ende das ganze Team", erklärt Weilmeier.


Außerdem verschafft sich ein Mitarbeiter auf diese Weise den häufig nötigen Druck von außen, das angekündigte Projekt durchzuziehen. Wenn Vorgesetzte und Kollegen Bescheid wissen, wollen sie irgendwann Ergebnisse sehen. Einen besseren Ansporn gibt es meist nicht.