Bonn - Gewichtskontrollen sind bei einem frischgeborenen Säugling sehr wichtig. Dabei sollte es Eltern aber nicht sofort beunruhigen, wenn ihr Kind anfänglich einige Gramm verliert. Eine Zufütterung neben den Stillmahlzeiten ist meist nicht erforderlich.

In den ersten Tagen nach der Geburt nimmt ein Neugeborenes von Natur aus nur wenig Nahrung auf. Auch die Verdauung kommt erst langsam in Gang. "Dass ein Neugeborenes an seinen ersten Lebenstagen nicht zu-, sondern abnimmt, ist deshalb ganz normal, und erfordert kein Eingreifen", erklärt Prof. Berthold Koletzko. Er ist Kinder- und Jugendarzt im
Netzwerk Gesund ins Leben. Außerdem scheide das Baby mehr Flüssigkeit aus und verbrauche mehr Energie, als es aufnimmt.


Mehr als sieben Prozent seines Geburtsgewichtes sollte ein Säugling in dieser Zeit allerdings nicht abnehmen. Ansonsten muss das Stillverhalten überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Nur wenige Kinder benötigen in den ersten Tagen eine Zufütterung zum Stillen, über die der Kinderarzt entscheiden sollte. Die meisten Eltern können beruhigt sein: "Meist nimmt ein Säugling nach den ersten Lebenstagen wieder zu, und erreicht sein Geburtsgewicht nach sieben, spätestens zehn Tagen wieder", sagt Koletzko.