Bonn - Hunderttausende Postbank-Kunden müssen sich auf höhere Kosten für Überweisungen von ihrem Girokonto einstellen. Wer diese auf dem Papierweg einreicht, muss 99 Cent pro Formular zahlen.

Ab dem 1. April verlangt die Postbank von Kunden, die Papierbelege einreichen, 99 Cent für Überweisungen, wie ein Postbank-Sprecher am Freitag (30. Januar) mehrere Medienberichte bestätigte. Lastschriften, Online-Überweisungen, Telefon-Banking und die an den Terminals in den Filialen abgewickelten Geschäfte bleiben aber weiter kostenlos.

Die Postbank begründete den Schritt mit den hohen Kosten, die mit der Abwicklung der Papier-Belege verbunden seien. "Das ist für uns sehr aufwendig. Wir konnten das über Jahre kostenlos anbieten, weil wir mit dem Geld auf den Konten arbeiten konnten. Wegen der niedrigen Zinsen geht das jetzt aber nicht mehr", sagte der Firmensprecher

Rund fünf Millionen Bundesbürger haben ihre Girokonten bei der Postbank. Nach Angaben des Geldinstituts werden derzeit nur noch rund vier Prozent aller Buchungen per Papierbeleg abgewickelt. Es handele sich aber um Milliarden Buchungsvorgänge.

Postbank-Kunden haben die Möglichkeit, Widerspruch gegen die Neuregelung einzulegen. Doch ist nicht ausgeschlossen, dass die Postbank dann das Konto ihrerseits kündigt. "Wir versuchen für alle Kunden einvernehmliche Lösungen zu finden. Die Kündigung ist die letzte Konsequenz", sagte der Postbank-Sprecher.