Berlin - "Geld für sich arbeiten lassen": Das muss kein Sprichwort bleiben. Wer sein Erspartes richtig anlegt, kann es ohne viel Aufwand vermehren. Rendite, Verfügbarkeit und Sicherheit sind dabei die wichtigsten Entscheidungskriterien für die Investition.

Ob für ein neues Auto, einen kostspieligen Urlaub oder für die Altersvorsorge: Wer sich Wünsche erfüllen will, muss nicht gleich im Job Überstunden schieben. Auch die richtige Geldanlage kann der Weg zum Ziel sein. Entscheidend dabei ist eine gute Anlagestrategie, die zu den eigenen Bedürfnissen passt. Auch deshalb steht vor der Investition der Kassensturz.

Wer kein Erspartes hat, sollte zunächst Rücklagen bilden. Die empfohlene Höhe des Puffers richtet sich nach dem Nettoeinkommen. "Idealerweise sollten zwei bis drei Monatsgehälter für den Notfall zurückgelegt werden", erläutert Karin Baur von der Zeitschrift "Finanztest" in Berlin. Um jederzeit an die Rücklagen zu kommen, werden diese am besten auf einem Tagesgeldkonto oder Sparkonto gebunkert.

Bei der Wahl der Bank können Anleger einige Euro sparen, wenn sie sich für eine Direktbank im Internet entscheiden. Dort bekommt man meistens höhere Zinsen als bei einer Filialbank. Dafür gibt es aber keine persönliche Beratung. Wer sich beraten lässt, sollte darauf achten, dass das Beratungsgespräch nicht produktgesteuert ist. "Der Berater sollte das Alter des Anlegers, die Verfügbarkeit des Geldes und den Verwendungszweck abfragen und dokumentieren", erklärt Gerhard Schuhmacher von den Alten Hasen in Frankfurt am Main, einem Netzwerk unabhängiger Bankkaufleute. Erst danach wird über Anlagen gesprochen.

Ob das angelegte Geld mehr oder weniger abwirft, hängt von der Risikobereitschaft des Kunden und der Anlagedauer ab. Wer sein Geld eher sicher anlegt, kann zurzeit bei Laufzeiten von bis zu zehn Jahren Erträge von zwei bis vier Prozent erzielen. "Je risikofreudiger der Investor, desto höher die Rendite", erklärt Schuhmacher. Renditen von fünf bis acht Prozent seien möglich.

Bei kurzfristigen Investitionen empfiehlt Baur Festzinsangebote von Banken, wie Festgeld oder Sparbrief. Bei langfristigen Anlagen rät sie zu einem "Pantoffel-Portfolio". "Das besteht aus unterschiedlichen Aktien, Anleihen und ETF\'s, also börsennotierten Fonds." Der Name leitet sich aus der bequemen Handhabung ab. Aber auch ein Renditen-Bausparvertrag sei bei einer Laufzeit von mindestens sieben Jahren eine gute Investition.

Wer sein Geld in Versicherungsprodukte, wie zum Beispiel Fondspolicen investieren will, sollte diese genau prüfen. "Dort sind oft sehr hohe Kosten versteckt, die das Produkt unrentabel werden lassen", sagt Gerhard Schuhmacher. Außerdem rät er von exotischen Produkten ab: "Dazu zählen Fonds mit Seniorenheimen, Gewerbeimmobilien und Edelsteinen." Dagegen könne man immer zu klassischen Produkten, wie Aktien-, Misch- und Rentenfonds greifen.

Unabhängig von Anlagedauer und Risikobereitschaft, sollte das Ersparte auf unterschiedliche Anlageformen verteilt werden. Die Devise lautet: nie alle Eier in einen Korb. "ETF\'s, Industrie- und Währungsanleihen in konstanten Währungen sind eine gute Beimischung. Von gewissen Branchen- und Nischenfonds, die meist verhältnismäßig neu auf dem Markt sind, sollten Anleger die Finger lassen", rät Schuhmacher. Eine gewisse Größe und nachweisliche Erfolge der vergangenen fünf Jahre sollten immer Grundlage für derartige Investitionen sein.

"Grundsätzliche sollten Anleger die Finanzprodukte, in die sie investieren, kennen und verstehen", betont Dieter Gefeke vom Verband unabhängiger Finanzberater in Celle. Sicherheit und Rendite seien die wichtigsten Entscheidungsfaktoren bei der Investition. "Wer nicht genau weiß, welche Anlage zu ihm passt, kann sich einen unabhängigen Berater mit ins Boot holen", sagt Gefeke. Der sollte aber nur sein Wissen verkaufen und keine Produkte.