Magdeburg ( rgm ). Antibiotika sollten so lange eingenommen werden, wie dies der Arzt vorgesehen hat. Werden sie vorschnell abgesetzt, können sich Resistenzen ausbilden ", erklärt Gerd Haese, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt. " Wir erleben sehr häufig, dass uns Patienten erzählen, sie hätten erst einmal ihre noch vorhandenen Antibiotika aufgebraucht, bevor sie den Arzt oder eine Apotheke aufsuchten, um sich neue Medikamente zu holen ", spricht der Präsident aus Erfahrung.

Antibiotika sind in Deutschland grundsätzlich verschreibungspflichtig und sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Unterschiedliche Krankheitsbilder verlangen nach unterschiedlichen antibiotischen Wirkstoffen. Immer häufiger kommt es zu Infektionen durch resistente Bakterien, bei denen die klassischen Antibiotika nicht mehr wirken. Komplikationen und Krankenhausaufenthalte können die Folge sein.

Antibiotika wirken gegen bakterielle Infektionen. Die Krankheitssymptome bessern sich nach der Einnahme oft sehr schnell. Dennoch sollte das Antibiotikum über das erste Abklingen der Symptome hinaus angewendet werden. Als Faustregel empfehlen Apotheker, immer die gesamte vom Arzt verordnete Packung einzunehmen. " Somit kann die Krankheit ausheilen. Resistenzen werden seltener.

Bei Kindersäften mit antibiotischen Wirkstoffen kommt die begrenzte Haltbarkeit dazu. Einige Präparate sind nach der Zubereitung kühl zu lagern und nur wenige Tage verwendbar ", berichtet Gerd Haese. Zeichnet sich trotz der Einnahme eines Antibiotikums keine Besserung ab, raten Apotheker deshalb zum erneuten Arztbesuch. Einige Antibiotika werden durch Kalzium in ihrer Wirkung gestört. Die Arzneimittel sollten deshalb grundsätzlich nicht mit Milch oder kalziumreichen Mineralwässern eingenommen werden.