Berlin ( rgm ). " Guten Morgen, das Hotelbüffet ist lecker ", " Jetzt liege ich am Strand !", " Ich stehe jetzt am Eiffelturm. " Der moderne Urlauber twittert : Immer mehr Deutsche bleiben auch auf Reisen ständig online und unterrichten die Daheimgebliebenen in Echtzeit über ihre Erlebnisse. Sie nutzen dazu Internetdieste wie Twitter, das mit mittlerweile sechs Millionen Nutzern auf dem Vormarsch ist. Es versendet kurze Sätze mit maximal 140 Zeichen, die für alle Welt lesbar sind. Aber auch Online-Netzwerke wie Facebook oder die Möglichkeit, Fotos und Videos per MMS zu verschicken, sind beliebt.

Ein Trend, den Mediziner kritisch sehen : " Wer auch im Urlaub ständig auf Hochtouren ist, verpasst die große Chance, sich einmal auszuklinken, Stress abzubauen und so dem Burn-Out-Syndrom entgegenzuwirken ", warnt Dr. Monika Ridinger, Chefärztin der Oberbergkliniken in Berlin / Brandenburg.

Gleichzeitig, so Ridinger, beraube sich der " Dauer- Onliner " auch schöner Urlaubserfahrungen, wenn er emotional halb zu Hause bleibe. " Urlaub bedeutet auch, einfach mal Ballast abwerfen, sich bewusst auf das Neue und Fremde einlassen ", sagt Psychotherapeutin Ridinger und fügt hinzu : " Widerstehen Sie dem Drang, täglich das Internetcafé aufzusuchen oder den Laptop aufzuklappen. Auszeiten sind für die seelische Gesundheit unerlässlich. "

Wer ständig erreichbar sei, setze die Anspannung des Berufslebens im Urlaub fort, so die Medizinerin. Dr. Ridinger : " Wenn Stress nicht mehr abgebaut wird, so kann dies zum Burn-Out-Syndrom führen. " Schnelle Ermüdung, Lustlosigkeit, Schlafstörungen oder körperliche Beschwerden wie Rücken- und Kopfschmerzen sind erste Symptome. Daraus können sich schwere körperliche Erkrankungen wie Bluthochdruck, Kreislaufkollaps, Herzinfarkt, Depressionen oder Abhängigkeitserkrankungen entwickeln.

Ridinger empfiehlt deshalb, im Urlaub bewusst die Seele baumeln zu lassen, um die innere Stimme wahrzunehmen.