Frage: Am 25. Juli beantwortete Professor Rüdiger Braun-Dullaeus eine Frage zur möglichen Verlängerung des Sterbeprozesses für Träger von Herzschrittmachern. Trifft die Antwort auch für Menschen zu, die wegen einer Herzrythmusstörung ein in der Brust implantiertes Elektroschocksystem (Defibrillator) haben?

Es antwortet Prof. Dr. med. Rüdiger Braun-Dullaeus, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie Magdeburg: Defibrillatoren dienen der Therapie von schnellen Herzrhythmusstörungen, die eine Gefahr für das Leben darstellen. Die Geräte werden Menschen mit schlecht pumpendem Herzen eingesetzt.

Hat nun ein Mensch, der Träger eines Defibrilators ist, eine weitere, schwere Erkrankung, die zum Tode führt, dann ist die Sorge in der Tat berechtigt, dass das Leben verlängert werden könnte, statt dass eine schwere Herzrhythmusstörung das Leid beendet.

In diesem Fall stehen der Patient, die Familie und der Arzt vor eine schweren Entscheidung. Es gibt für solche Situationen keine generellen Empfehlungen.

Betroffene, Angehörige und Ärzte müssen sich gemeinsam über den möglichen Einfluss dieser Technologie am Ende des Lebens beraten, um Ängste und Sorgen abzubauen und eine gemeinsame Entscheidung treffen zu können.

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