Düsseldorf. Schlafstörungen sind nicht nur lästig. Sie führen nach einiger Zeit auch zu ernsthaften Problemen. Durch die permanente Müdigkeit kommt es zu Konzentrationsschwächen und die Leistungsfähigkeit sinkt, wodurch es wiederum zu Fehlern und Schwierigkeiten bei der Arbeit kommen kann. Auch kann die Müdigkeit zum Sekundenschlaf führen, wodurch die Gefahr von Verkehrsunfällen steigt. Deshalb sollte man Schlafprobleme nicht auf die leichte Schulter nehmen. " Störungen beim Einschlafen oder Durchschlafen belasten Körper und Psyche stark ", erklärt Dr. Ulrike Roth, Arbeitsmedizinerin von TÜV Rheinland. Ihre Empfehlung : " Nicht lange abwarten, sondern bereits nach den ersten durchwachten Nächten handeln. "

Allerdings ist die Ursachenforschung nicht immer einfach, denn der Grund für die Störung kann ganz unterschiedlich sein. Häufi gster Auslöser sind Sorgen und Probleme. Die Betroffenen wälzen sich im Bett umher und grübeln, statt selig zu schlummern. Auch Lärm, schlechte oder zu trockene Luft im Zimmer, eine unpassende Matratze oder Medikamente können einen um den Schlaf bringen. Viele Menschen greifen in solchen Fällen zu Bier oder Wein als Einschlafhilfe. Doch manchmal liegen die Probleme genau hier : Alkohol führt zwar in der Regel dazu, dass der Betroffene schnell einschläft, doch während der Nacht stört er die Ruhe. Denn Organe und Nervensystem arbeiten auf Hochtouren, um das Gift so schnell wie möglich abzubauen. Dadurch wird die wichtigste Schlafphase, der REM-Schlaf, unterdrückt und der Betroffene schläft unruhig oder wacht mehrmals auf. Alkohol ist also – entgegen der weit verbreiteten Meinung – keine geeignete Einschlafhilfe. " Besser ist es, ein Glas warme Milch oder einen heißen Tee zu trinken ", rät Roth. Wer empfindlich auf Koffein reagiert, sollte allerdings lieber zu einem Kräuter- oder Früchtetee greifen und schwarzen oder grünen Tee meiden.

Auch ein heißes Bad mit Melissen- oder Lavendelöl wirkt entspannend und fördert den Schlaf. Wichtig ist außerdem, den Tag langsam ausklingen zu lassen und nicht völlig aufgedreht zu Bett zu gehen. Hilfreich sind dabei entspannende Einschlafrituale wie ruhige Musik oder Lesen. Einen guten Beitrag für erholsamen Schlaf leisten auch Entspannungsübungen, zum Beispiel Yoga oder autogenes Training. Ratsam ist darüber hinaus, erst zu Bett zu gehen, wenn man müde ist und morgens immer zur gleichen Zeit aufzustehen. Mit der Zeit findet der Körper so zu einem natürlichen Schlafrhythmus.