Seit Jahren nimmt die Zahl der Menschen in Deutschland zu, die an Hautkrebs erkranken. Um die Möglichkeiten der Prävention, Diagnostik und Behandlung von Hautkrebs ging es gestern beim 66. Medizinischen Sonntag, einer Gemeinschaftsveranstaltung von Uniklinikum, Urania und Volksstimme.

Hauptursache für die deutliche Zunahme der Hauttumoren ist der intensive Kontakt der Haut mit Sonnenlicht, so Professor Harald Gollnick von der Magdeburger Universitätshautklinik. Prinzipiell unterscheiden die Hautfachärzte ( Dermatologen ) den schwarzen und den hellen Hautkrebs. Besonders gefährlich ist der schwarze Hautkrebs ( das Maligne Melanom ), weil es schnell Metastasen bildet, was die Behandlung erschwert. Von 100 000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich 16 an diesem Tumor. Immer öfter sind darunter auch junge Frauen, berichtete der Hautarzt aus seiner eigenen klinischen Erfahrung.

Noch viel häufiger als der schwarze Hautkrebs sind die so genannten weißen Hauttumoren ( Basalzellkarzinom und Stachelzellkrebs ). Knötchen bzw. gerötete, rauhe Bereiche an den Stellen des Körpers, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, können ein Hinweis darauf sein. Der schwarze Hautkrebs tritt gelegentlich auch an Stellen aus, die selten oder nie der Sonne ausgesetzt waren, so Dr. Sven Quist, Oberarzt an der Universitätshautklinik in Magdeburg. Das können u. a. die Kniehöhlen, die Fußsohle oder der Raum zwischen den Fußzehnen sein. Seinen Ursprung hat der schwarze Hautkrebs in pigmentbildenden Zellen, den Melanozyten – daher auch der Name Melanom.

Für sehr wichtig erachten es die Hautärzte, dass jeder selbst regelmäßig seine Haut von Kopf bis Fuß betrachtet. Besondere Aufmerksamkeit sollte man dabei den Leberfl ecken bzw. Muttermalen schenken, aus denen sich der schwarze Hautkrebs entwickeln kann. Hilfreich bei der Selbstuntersuchung zur Beurteilung von Pigmentmalen ist die sogenannte A-B-C-D-E-Regel :

A steht für Asymmetrie : Man achte auf Flecken mit ungleichmäßiger Form, die nicht rund, oval oder länglich sind.

B wie Begrenzung : Zu beachten sind dunkle Hautfl ecken mit verwischten Konturen oder die ausgefranst in den gesunden Hautbereich wachsen.

C bedeutet Coloration ( Farbe ) : Ein Fleck, der nicht gleichmäßig in der Farbe, sondern vermischt ist mit Rosa, Grau oder schwarzen Punkten kann auf ein Malignes Melanom hinweisen. Ähnliches gilt für krustige Aufl agen.

D wie Durchmesser : Zu achten ist auf Pigmentmale größer als fünf Millimeter im Durchmesser oder in einer Halbkugelform. Wer solche Veränderungen feststellt, sollte zum Hautarzt gehen und zwar unabhängig davon, wann man beim Hautkrebs-Screening war.

E wie Erhabenheit : Zu achten ist auf Aufwölbungen verdächtiger Muttermale. Auch in diesem Fall ist ein Hautarzt zu konsultieren.

Im Unterschied zu den Früherkennungsuntersuchungen auf Brust- und Prostatakrebs, waren die gesetzlichen Krankenkassen bislang nicht verpfl ichtet, die Kosten für Hautkrebsfrüherkennungsuntersuchungen am ganzen Köpers zu übernehmen. Das wird sich ab 1. Juli ändern, so Professor Gollnick. Dann werden alle Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse ab einem Alter von 35 Jahren einen Anspruch auf eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Haut haben. Wer davon Gebrauch macht, muss nichts zahlen, auch keine Praxisgebühr.

Durchgeführt wird das Screening von allen Dermatologen und von Hausärzten, die dafür ein Zertifikat erhalten haben. Wer sich zunächst beim Hausarzt untersuchen lässt und einen Verdachtsbefund erhält, muss zur Abklärung zu einem Hautarzt.