Gibt es eigentlich wissenschaftlich begründete Empfehlungen, bei welchen Temperaturen Menschen mit hohem Blutdruck ein Bad oder eine Dusche nehmen können ? Oder anders gefragt : Gehen diese Menschen ein Risiko durch kalte Duschen ein ? Es antwortet Dr. Steffen Brucks, Oberarzt der Universitätsklinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie Magdeburg.

Hydrotherapie, Bürstenmassagen, Kneippsche Wechselgüsse und Wechselduschen können zu einer Engstellung der peripheren Venen und Arterien beitragen. Deshalb sollten Menschen mit einem arteriellen Hypertonus ( hoher Blutdruck ) kalte Anwendungen und Wechselgüsse meiden. Bei ihnen besteht das Risiko einer zusätzlichen Erhöhung des Blutdrucks.

Warme Bäder haben indes einen positiven Effekt, da sie gefäßeigene Aktivitäten ( Zusammenziehen und Erschlaffen ) fördern.

Warme Bäder sind insbesondere bei leichten Formen des Bluthochdrucks zu empfehlen. Patienten mit Leistungseinschränkungen zum Beispiel durch eine Herzmuskelschwäche ( Insuffi zienz ) sollten sehr warme Bäder allerdings meiden. Warme Bäder bewirken eine Weitstellung der Gefäße und damit einen Blutdruckabfall sowie Flüssigkeitsverlagerungen in die Körperperipherie.

Einige wissenschaftliche Studien zeigten jedoch auch positive Effekte eines Thermalbades bei Herzmuskelschwäche. Grundsätzlich sollten Menschen mit Bluthochdruck mit ihrem behandelnden Arzt über die individuell optimale Badewassertemperatur sprechen.