München - Bewegung ist das A und O in der Therapie von Gelenkschmerzen. Eine der besten Aktivitäten ist Fahrradfahren. Es kann die Bewegungsschmerzen lindern und die Gelenke mobilisieren. Bevor Sie losfahren, sollten Sie Ihr Rad jedoch richtig einstellen, schmerzfrei sein und dann die richtige Trittfrequenz wählen. Die Initiative " Stark gegen den Schmerz " gibt Tipps zur gelenkschonenden Sportart Rad fahren.

Regelmäßiges Radfahren ist gesund. Denn die Bewegungen beim Radfahren können die Haltemuskulatur stärken und helfen, mehr Gelenkflüssigkeit zu produzieren. Diese wirkt als Schmiere und sorgt normalerweise für ein reibungsloses Aneinander-entlang-Gleiten der Gelenkflächen.

Radfahren ist vor allem für die Knie besonders schonend, da sie nicht das volle Körpergewicht tragen müssen. " Wenn Sie auf das Rad steigen, sollten Sie auf eine richtige Haltung und die optimale Trittfrequenz achten, sonst schadet eine Radtour mehr, als sie den Gelenken nützt. Und fahren Sie ohne Schmerzen ", rät Prof. Dr. Josef Zacher, Orthopäde und Vorstandsvorsitzender der Initiative " Stark gegen den Schmerz ".

Aber was ist beim Radfahren zu beachten ?

Sattelhöhe einstellen : Wenn Sie auf dem Sattel sitzend mit ausgestrecktem Bein das untere Pedal mit der Ferse erreichen, sitzen Sie richtig.

Richtig treten : Der ideale Auflagepunkt der Füße auf dem Pedal liegt zwischen Ballen und Mittelfuß.

Lenkerhöhe einstellen : Justieren Sie den Lenker so, dass er höher als der Sattel steht. Die aufrechte Haltung belastet den Bewegungsapparat am wenigsten.

Gang wählen : Ihr Fahrrad sollte mit vielen Gängen ausgerüstet sein. Wählen Sie bevorzugt kleine Gänge.

Trittfrequenz : Die ideale Trittfrequenz beim Radfahren liegt bei 80 bis 100 Pedalumdrehungen pro Minute. Die schnelle Trittabfolge bei mäßigem Krafteinsatz verhindert eine Überbelastung Ihrer Gelenke und Muskeln.

Wattzahl beim Ergometer : Stellen Sie den Hometrainer oder das Ergometer auf einen niedrigen Leistungswert zwischen 25 und 50 Watt ein. Grundsätzlich gilt bei Gelenkschmerzen : kleine Wattzahl, hohe Trittfrequenz.

Schalten mit Handarthrose : Sollten Sie unter einer Fingeroder Handarthrose leiden, ist eine Griffgangschaltung zu empfehlen, die als Rädchen am inneren Ende des Griffs befestigt ist. Eine leichte Drehung reicht aus, um zu schalten und Ihre Finger zu schonen. Eine weitere – allerdings nicht ganz billige – Alternative ist die Tretlagerschaltung. Damit werden die Gänge gewechselt, indem Sie den Kurbelarm mit der Ferse antippen.

Schmerzfrei fahren : Rad fahren sollten Sie nur in schmerzfreien Phasen. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt und fragen Sie nach einer wirksamen und gut verträglichen medikamentösen Schmerztherapie, die Ihnen die Freude an der Bewegung erlaubt.

Ausführliche Informationen über die Therapiemöglichkeiten bei Gelenkschmerzen und weitere gelenkschonende Sportarten gibt es bei der Initiative " Stark gegen den Schmerz " im Internet oder unter der kostenlosen Hotline ( 0800 ) 73 89 89 0.

www. stark-gegen-schmerz. de Arthrose ist die häufi gste Ursache für Schmerzen im Gelenkbereich. Sie ist abnutzungsbedingt und gilt als nicht heilbar. Jedoch kann man mit gezielten Maßnahmen Schmerzen vorbeugen oder Beschwerden in den Griff bekommen.

Im Gegensatz zur Arthritis, die durch entzündliche Prozesse im Gelenk entsteht, spricht man von Arthrose, wenn ein Verschleißprozess die Krankheitsursache ist. Am häufi gsten betroffen sind Wirbelsäule, Knie und Hand, gefolgt von Hüfte, Fuß- und Zehengelenke, Schulter und Ellenbogen.

Zu den Risikofaktoren zählen Übergewicht, Bewegungsmangel und ein untrainierter Muskelapparat. Aber auch Beinachsenfehlstellungen wie X- und O-Beine sowie Verletzungen der Bänder und Gelenkkapseln können zu Arthrose führen.

Die ersten Anzeichen für Arthrose sind Spannungs- und Steifheitsgefühle in den Gelenken und plötzliche Schmerzen bei stoßartigen Bewegungen, gefolgt von abnehmender Gelenkbeweglichkeit. Weitere Symptome sind Knacken oder Knirschen im Gelenk und Hitzegefühl bei Belastung.

Die Symptome sind behandelbar. Regelmäßige Bewegung ist das Beste, was man der Krankheit entgegensetzen kann. Durch Bewegung wird Gelenkschmiere produziert und in den Gelenkknorpel transportiert. Diese ernährende Flüssigkeit ( Synovia ) dient der Nährstoffversorgung des Gelenkknorpels und wirkt reibungsmindernd. Außerdem ist eine gut trainierte Muskulatur wichtig.

Gelenkschonende Bewegung

kann jedoch zumeist nur bei Schmerzfreiheit ausgeübt werden. Moderne Antirheumatika, die stark, schnell und anhaltend wirken, sollten ein Teil jedes Therapieplans sein.