Magdeburg - Der Sommer neigt sich dem Ende zu und damit für die meisten Menschen auch die Gefahr, bei der kleinsten körperlichen Anstrengung ins Schwitzen zu geraten. Unangenehm wird es aber, wenn der Schweiß auch ohne die entsprechende Hitze läuft. Mit einigen Tricks lässt sich dem vorbeugen.

Schweiß besteht zu über 99 Prozent aus Wasser und ist eine farblose bis trübe Flüssigkeit, die von den Schweißdrüsen abgesondert wird. Ungefähr ein Liter Schweiß verlässt den menschlichen Körper am Tag, überwiegend an Händen und Füßen, da sich dort die meisten Schweißdrüsen – etwa 300 bis 400 pro Quadratzentimeter – befi nden.

Das Schwitzen ist wie eine körpereigene Klimaanlage, bei der die Temperatur von Fühlern auf der Haut gemessen wird. Besteht die Gefahr einer Überwärmung des Körpers, sondern die Schweißdrüsen körperwarme Flüssigkeit ab. Diese verdunstet und sorgt für Abkühlung. Schweiß können aber auch emotionale Ereignissen wie Anspannung, Schmerz und Angst auslösen.

Lästige Nebeneffekte sind Schweißflecken und nicht selten ein unangenehmer Geruch. Letzterer entsteht, wenn die auf der Haut angesiedelten Bakterien den Schweiß zersetzen. Auch schwer verträgliche Speisen können einen üblen Schweißgeruch zur Folge haben. Dieses Schwitzen ist normal und muss nicht medizinisch behandelt werden.

Ein Parfüm allein wirkt nicht ausreichend

Anders sieht es jedoch aus, wenn starkes Schwitzen ohne eine Überhitzung, eine so genannte Hyperhidrose, auftritt. Etwa 2, 5 Millionen Bundesbürger leiden darunter. Sie kann Folge von Erkrankungen sein, etwa einer Überfunktion der Schilddrüse, einer Funktionsstörung der Nebennieren oder einer Verletzung von Nervenbahnen. Eine Hyperhidrose wird von Betroffenen meist als peinlich empfunden und stellt insbesondere beim Befall der Achselhöhlen und der Hände eine starke psychische Belastung dar.

Wer ohne Grund übermäßig schwitzt, sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. " Da es sich bei den Schweißdrüsen um so genannte Hautanhangsgebilde handelt, ist ein Hautarzt ein kompetenter Ansprechpartner ", sagt Dr. Andreas M. Finner von der Universitätshautklinik Magdeburg.

Man unterscheidet lokalisierte und generalisierte Hyperhidrosen, für die oft keine Ursache zu erkennen sei, so der Hautarzt. Man behandele deshalb die Symptome mit verschiedenen Maßnahmen, zum Beispiel einer Leitungs wasserionthophorese, oder auch operativ.

Ob krankhaft oder nicht – es gibt mehrere Möglichkeiten, dem Schwitzen vorzubeugen. Andreas Finner empfi ehlt " neben luftiger Kleidung – möglichst aus Naturfasern – die Vermeidung von schweißtreibenden Faktoren wie zu viel Kaffee, Tee, scharfen Gewürzen und Stresssituationen. Generell gelten Rauchen und Übergewicht als ungünstig. "

Vorbeugend wirken außerdem Antitranspirantien, zum Beispiel mit Aluminiumverbindungen. " Die in Deodorants enthaltenen kleinen Partikel verstopfen die Schweißdrüsen und mindern so die Sekretion ", sagt Finner. " Gegen eine Geruchsentwicklung helfen antibakterielle Bestandteile sowie Duftstoffe – ein Parfüm allein wirkt nicht ausreichend. "