Magdeburg - Jede dritte Frau und fast jeder fünfte Mann hat nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft mehr als einmal im Monat " Kopfweh ". Doch anstatt beim Arzt die Ursachen zu klären, kaufen viele rezeptfreie Schmerzmittel.

Experten warnen vor dieser Form der Selbstheilung durch Tabletten, die in die Sucht und in der Folge zu weiteren Schmerzen führen kann. Auch die Deutsche Angestellten Krankenkasse ( DAK ) widmete sich dem Problem in ihrem jüngsten Gesundheitsreport für Sachsen-Anhalt, der gestern in Magdeburg vorgestellt wurde. Das Institut für Gesundheitsund Sozialforschung ( IGES ) wertete dafür 2006 die Krankschreibungen von rund 64 100 erwerbstätigen DAK-Mitgliedern in Sachsen-Anhalt aus.

Ergebnis : Kopfschmerzen führen im Vergleich zu Rückenund Gelenkerkrankungen, Erkältungen sowie körperlichen Verletzungen zu weniger Fehltagen am Arbeitsplatz. " Überraschend ist jedoch, dass die Altersgruppe der 15 bis 24-J ährigen besonders betroffen ist ", sagte Dr. Sandra Kluge vom IGES.

" Warum gerade jüngere Menschen betroffen sind, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt ", sagte der Direktor der Klinik für Neurologie der Universität Magdeburg, Professor Claus-Werner Wallesch.

Möglicherweise seien ältere Arbeitnehmer weniger stressanfällig. Wobei Stress nur ein möglicher Auslöser für Kopfschmerzen ist. Für Migräne beispielsweise können auch eine erbliche Vorbelastung, Alkoholmissbrauch, Lärm und bei Frauen hormonelle Schwankungen in der Menstruation verantwortlich sein.

Er warnte davor, Kopfschmerzen auf die leichte Schulter zu nehmen. " Die Menschen füttern sich ihren Kopfschmerz mit Medikamenten an. Wer mehr als 15 Mal im Monat Schmerzmittel nimmt, braucht einen Medikamentenentzug. " Sinnvoller seien eine ärztliche Untersuchung und soweit möglich alternative Heilmittel.