Berlin - Zum Start der Gesundheitsreform warnt die Verbraucherzentrale Bundesverband vor dem übereilten Abschluss von Wahltarifen bei den Krankenkassen. " Wer jetzt nichts macht, macht nichts verkehrt ", sagte der Gesundheitsexperte des Verbandes, Thomas Isenberg. Wahltarife seien keine Verpflichtung für die Versicherten. Für viele Versicherte sei es weiter sehr gut, wie bisher versichert zu bleiben.

Isenberg riet dazu, erst einmal abzuwarten, wie sich das Angebot an Wahltarifen in den nächsten Monaten entwickeln wird. Derzeit gehe es vor allem darum, wie viel Geld man sparen könne. Künftig werde die Qualität der Tarifl eistungen mehr in den Vordergrund rücken.

Im Zuge der Gesundheitsreform sollen künftig alle gesetzlich Krankenversicherten durch Wahltarife die Möglichkeit haben, den Umfang ihres Versicherungsschutzes stärker selbst zu bestimmen. Bisher durften Krankenkassen solche Angebote nur freiwillig Versicherten unterbreiten. Im Gegenzug zu einem geringeren Beitrag müssen sich die Versicherten verpflichten, im Krankheitsfall einen Teil der Behandlungskosten aus eigener Tasche zu begleichen. Auch sind Kombinationen mit Rückerstattungstarifen vorgesehen, bei denen die Versicherten am Ende des Jahres Geld zurückbekommen, wenn sie keine oder weniger Leistungen in Anspruch genommen haben. Dabei können die Versicherten je nach Tarif und persönlichen Verhältnissen bis zu mehreren hundert Euro im Jahr sparen.